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Hundewelpen kaufen – worauf achten

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Hundewelpen kaufen – worauf achten
So erkennt man einen seriösen Hundezüchter

Hundewelpen kaufen – vier Wege und ein großes Problem

Wenn die Entscheidung für einen Hund und eine Rasse gefallen ist, stellt sich die Frage, woher. Es gibt vier Wege, und sie unterscheiden sich erheblich.

Einer davon ist illegal, finanziert Tierquälerei und bringt regelmäßig schwer kranke Welpen in deutsche Haushalte – und er sieht auf den ersten Blick aus wie ein Schnäppchen. Deshalb steht er hier mit im Vergleich.

Wenn du die Vorentscheidung noch nicht getroffen hast, fang beim Beitrag Welcher Welpe passt zu mir an.

Auf einem Blick

Die vier Wege

1. Züchter im Zuchtverein. Der aufwendigste und verlässlichste Weg. Du bekommst Vorhersehbarkeit: bekannte Elterntiere, Gesundheitsbefunde, Ahnentafel und meist lebenslange Ansprechbarkeit des Züchters. Dafür zahlst du mehr und wartest oft Monate. Woran du einen guten erkennst, steht unter Seriöse Hundezüchter erkennen.

2. Tierheim und Tierschutz. Hier findest du überwiegend erwachsene Hunde, seltener Welpen. Der große Vorteil: Das Wesen ist bekannt. Der Nachteil bei Welpen: Herkunft und Elterntiere sind es oft nicht. Mehr unter Welpen aus dem Tierheim.

3. Privater Wurf ohne Verein. Der Nachbar, dessen Hündin ungeplant Welpen bekommen hat. Das kann in Ordnung sein – wenn du die Mutter siehst, die Aufzucht im Haus stattfindet und der Tierarzt eingebunden war. Was fehlt, sind Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere. Frag trotzdem nach HD-Befunden und rassetypischen Tests.

4. Vermehrer und Welpenhandel. Der Weg, um den es im nächsten Abschnitt geht.

Hundewelpen vom Züchter kaufen
Mutter und Wurfgeschwister vor Ort, im Zuhause des Züchters – daran führt kein Weg vorbei.

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Illegaler Welpenhandel – die 15-Wochen-Regel

Das ist die wichtigste Information dieses Beitrags, weil sie eine harte Zahl liefert, mit der du jedes Auslandsangebot prüfen kannst.

Ein Hund darf gegen Tollwut erst mit zwölf Wochen geimpft werden. Der Impfschutz gilt erst 21 Tage später als wirksam. Daraus ergibt sich zwingend:

Ein Welpe aus einem anderen EU-Land darf frühestens im Alter von 15 Wochen nach Deutschland gebracht werden.

Bei Hunden aus nicht gelisteten Drittländern sind es sogar rund sieben Monate, weil zusätzlich eine Blutuntersuchung und drei Monate Wartezeit dazukommen.

Was das praktisch bedeutet: Wer dir einen acht, zehn oder zwölf Wochen alten Welpen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Polen oder der Slowakei anbietet, verstößt gegen geltendes Recht. Ohne Ausnahme. Es gibt keine seriöse Variante davon.

Dass das kein theoretisches Risiko ist, zeigte 2021 ein Tollwutfall in Deutschland – der erste seit fünfzehn Jahren –, ausgelöst durch einen illegal eingeführten Welpen.

Vor dem Kauf: die eigene Vorbereitung

Kläre die Rechtslage. Steht deine Wunschrasse in deinem Bundesland auf einer Rasseliste? Das entscheidet über Auflagen, Kosten und teils über die Erlaubnis – wie das System funktioniert, steht im Rottweiler-Beitrag.

Kläre die Wohnsituation. Bei Miete schriftlich mit dem Vermieter.

Plane die erste Zeit. Urlaub oder Homeoffice für die ersten zwei Wochen. Ein Welpe kann anfangs nicht allein bleiben.

Kauf die Grundausstattung vorher – insbesondere die Transportsicherung fürs Auto, die du schon auf der Heimfahrt brauchst. Die Liste steht unter Welpen Erstausstattung.

Such dir vorher einen Tierarzt und melde dich für eine Welpenschule an. Gute Gruppen sind oft ausgebucht.

Beim Züchterbesuch: was du siehst und fragst

Besuche die Welpen mindestens zweimal, bevor du dich entscheidest. Ein seriöser Züchter erwartet das sogar.

Du willst sehen:

Du willst mitbekommen:

Und ein gutes Zeichen, das viele übersehen: Ein seriöser Züchter fragt dich aus. Wie sieht dein Alltag aus, wer ist tagsüber da, hattest du schon Hunde? Wer dir den Welpen ohne eine einzige Rückfrage verkauft, hat kein Interesse daran, wo er landet.

Ein Welpe sollte geimpft werden
Impfpass mit Tierarztstempel, Chipnummer und Entwurmung gehören zur Übergabe.

Das Abgabealter

Ein Welpe darf nach der Tierschutz-Hundeverordnung erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden – acht Wochen genau reichen also nicht. Viele Zuchtvereine schreiben neun oder zehn Wochen vor, und das aus gutem Grund: In dieser Zeit lernt der Welpe von Mutter und Geschwistern die Beißhemmung und grundlegende Hundesprache. Warum gerade diese Wochen so viel entscheiden, steht unter Welpenentwicklung Woche für Woche.

Ein Welpe, der dir mit sechs Wochen angeboten wird, ist nicht nur zu jung – das Angebot selbst ist ein Rechtsverstoß und ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

Bin ich bereit einen Welpen zu kaufen
Ein seriöser Züchter fragt dich aus – wer nichts wissen will, will nur verkaufen.

Hundewelpen kaufen FAQ

Ab welchem Alter darf ein Welpe abgegeben werden?

Frühestens mit acht Wochen. Viele Zuchtvereine schreiben neun bis zehn Wochen vor.

Wie erkenne ich illegalen Welpenhandel?

An zu jungen Welpen aus dem Ausland, fehlender Mutter, Übergabe auf Parkplätzen, unvollständigen Papieren und auffällig günstigen Preisen bei mehreren Rassen gleichzeitig.

Ab wann dürfen Welpen aus dem EU-Ausland eingeführt werden?

Mit 15 Wochen. Die Tollwutimpfung ist frühestens mit zwölf Wochen möglich und gilt erst 21 Tage später als wirksam.

Was kostet ein Welpe vom Züchter?

Je nach Rasse meist im vierstelligen Bereich. Ein deutlich niedrigerer Preis bei einer gefragten Rasse ist kein Schnäppchen, sondern ein Warnsignal.

Soll ich einen Welpen aus Mitleid kaufen, um ihn zu retten?

Nein. Jeder Kauf finanziert den nächsten Transport. Melde den Fall stattdessen beim Veterinäramt.

Zusammenfassung

Beim Welpenkauf entscheidet nicht der Preis, sondern die Herkunft. Zwei Zahlen reichen als Prüfstein: acht Wochen als frühestes Abgabealter und 15 Wochen als frühestes Einfuhralter aus EU-Ländern.

Alles Weitere entscheidet der Besuch: die Mutter im Umgang mit ihren Welpen, die Aufzucht im Haus, vorgelegte Gesundheitsbefunde – und ein Züchter, der dir mehr Fragen stellt als du ihm.

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