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Boxer Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Boxer Welpen – erwachsen wird er spät

Der Deutsche Boxer bleibt länger Welpe als fast jede andere Rasse. Körperlich ist er mit etwa anderthalb Jahren ausgewachsen, im Kopf braucht er gut drei – und manche Halter sagen, das höre nie ganz auf.

Das macht ihn zu einem wunderbaren Familienhund und zu einem, der Geduld verlangt. Ein Boxer im zweiten Lebensjahr ist ein sehr kräftiger Hund mit dem Übermut eines halben Kindes.

Er ist eine deutsche Rasse, gezüchtet aus dem Bullenbeißer, ursprünglich für die Jagd und später als Dienst- und Wachhund. Geblieben sind daraus Mut und Schutzbereitschaft – und eine tiefe Bindung an seine Menschen.

UrsprungslandDeutschland
SchulterhöheRüden 57 bis 63 cm, Hündinnen 53 bis 59 cm
Gewicht25 bis 32 kg
Alter10 bis 12 Jahre
Fellkurz, glatt, anliegend
VerwendungBegleit-, Schutz- und Diensthund

Der Charakter & das Wesen von Boxer Welpen

Verspielt, anhänglich, mutig – und laut in seiner Freude. Ein Boxer freut sich mit dem ganzen Körper, und das kann für kleine Kinder oder unsichere Menschen überwältigend sein, ohne dass er es böse meint.

Er ist sehr menschenbezogen und verträgt es schlecht, allein zu sein. Wer ihn acht Stunden täglich allein lassen will, sollte sich eine andere Rasse suchen. Wie man das Alleinbleiben überhaupt aufbaut, steht unter Welpen alleine lassen.

Beim Training braucht er Konsequenz ohne Härte. Ein Boxer, den man hart anfasst, macht dicht. Einer, dem man Grenzen freundlich, aber verlässlich zeigt, arbeitet gern mit.

Was Anschaffer unterschätzen: die Kraft. Ein ausgewachsener Boxer, der an der Leine nach vorn geht, zieht die meisten Menschen mit. Leinenführigkeit gehört deshalb früh geübt – siehe Welpe an die Leine gewöhnen.

Auf einem Blick

Die Pflege und Haltung eines Boxer Welpen

Das kurze Fell ist in wenigen Minuten versorgt: einmal wöchentlich mit einem Noppenhandschuh, mehr braucht es nicht. Er haart trotzdem, und die kurzen Haare stecken hartnäckig in Textilien.

Was Aufmerksamkeit braucht, sind die Hautfalten am Kopf – sie gehören trocken gehalten, sonst entzünden sie sich.

Wichtiger als jede Fellpflege ist die Hitze. Der Boxer ist kurzköpfig und kann über das Hecheln kaum Wärme abgeben. Für ihn beginnt der kritische Bereich deutlich früher als bei langnasigen Rassen. Im Sommer heißt das: Spaziergänge in den frühen Morgen, kein Ballspielen bei Wärme, niemals im Auto warten lassen. Was im Ernstfall zu tun ist, steht unter Hitzschlag beim Welpen.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse

Hier liegt die unangenehme Seite dieser Rasse, und sie gehört vor den Kauf, nicht danach.

Boxer-Kardiomyopathie (ARVC). Eine Herzmuskelerkrankung mit schweren Rhythmusstörungen, die beim Boxer autosomal dominant vererbt wird. Die Ausprägung schwankt stark: Manche Hunde bleiben lebenslang ohne Anzeichen, andere zeigen schon jung schwere Störungen. Es gibt einen Gentest, der einen Teil der Fälle erfasst – vollständig ist er nicht.

Aortenstenose. Eine Verengung an der Hauptschlagader, ebenfalls gehäuft bei dieser Rasse. Erkennbar bei der Herzuntersuchung.

Krebs. Der Boxer gehört zu den Rassen mit der höchsten Tumorrate überhaupt – besonders Mastzelltumore und Hirntumore. Das ist der Hauptgrund für die im Vergleich kurze Lebenserwartung.

Brachyzephales Syndrom. Die verkürzte Schnauze führt zu verengten Atemwegen. Bei gemäßigt gezüchteten Linien fällt das kaum auf, bei extremen deutlich.

Dazu kommen Hüftdysplasie, Spondylose, Magendrehung und eine Neigung zu Epilepsie.

Auf einem Blick

Die wichtigste Frage beim Züchter: Liegen Herzuntersuchungen der Elterntiere vor, und wie alt sind die Vorfahren geworden? Ein seriöser Züchter kann beides beantworten – worauf sonst zu achten ist, steht unter Seriöse Hundezüchter erkennen.

Und wie ist es mit der Familientauglichkeit und Kindern?

Ausgesprochen gut – mit einer Einschränkung. Der Boxer ist geduldig, verspielt und kinderlieb, aber er ist auch groß, schwer und ungestüm. Ein kleines Kind wird beim gemeinsamen Toben schlicht umgerannt, ohne jede böse Absicht.

Für Familien mit Kindern im Grundschulalter ist er einer der besten Familienhunde überhaupt. Bei Kleinkindern braucht es Aufsicht und Regeln – siehe Welpen und Kinder.

Boxer FAQ

Ist der Boxer ein Listenhund?

In den meisten Bundesländern nein. Die Listen unterscheiden sich allerdings, und einzelne Länder führen Kreuzungen. Vor dem Kauf lohnt der Blick in die Hundeverordnung des eigenen Bundeslandes.

Wie viel Bewegung braucht ein Boxer?

Als erwachsener Hund viel – zwei bis drei Stunden täglich, davon ein Teil mit Kopfarbeit. Als Welpe dagegen deutlich weniger, als man denkt: Das Skelett wächst noch, siehe Wie lange Gassi mit Welpen.

Sabbert ein Boxer stark?

Ja, deutlich. Die Lefzen halten Wasser und Speichel nicht zurück. Wer das nicht erträgt, ist mit einer anderen Rasse besser beraten.

Wie alt wird ein Boxer?

Zehn bis zwölf Jahre, häufig weniger. Die hohe Tumorrate drückt den Schnitt.

Zusammenfassung

Der Boxer ist ein anhänglicher, verspielter Familienhund, der lange jugendlich bleibt und viel Nähe braucht. Wer sich für ihn entscheidet, sollte die gesundheitliche Seite kennen: Herzerkrankungen, eine hohe Tumorrate und die Folgen des kurzen Kopfes gehören zu dieser Rasse. Frag beim Züchter nach Herzuntersuchungen der Elterntiere und achte auf eine gemäßigt gebaute Schnauze – das sind die beiden Punkte, die du vor dem Kauf beeinflussen kannst.