Amstaff Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Amstaff Welpen – anerkannte Rasse, eingeschränkte Haltung
Der American Staffordshire Terrier – kurz Amstaff – ist eine von der FCI anerkannte Rasse mit eigenem Standard, Zuchtbuch und Ausstellungswesen. In den USA wurde er ab 1936 offiziell geführt.
In Deutschland ändert das an seiner rechtlichen Stellung nichts. Er steht im Einfuhrverbot des Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetzes und ist in den meisten Bundesländern ein Listenhund, dessen Haltung eine behördliche Erlaubnis erfordert.
Diese Kombination – anerkannte Rasse, aber stark eingeschränkte Haltung – verwirrt viele Interessenten. Deshalb steht sie hier vorn.
| Ursprungsland | USA |
| FCI-Anerkennung | anerkannt, Gruppe 3 Terrier, Sektion 3 |
| Rechtslage Deutschland | Einfuhrverbot, meist erlaubnispflichtig |
| Größe Rüden | 46 bis 48 cm |
| Größe Hündinnen | 43 bis 46 cm |
| Gewicht | 18 bis 30 kg (Rüden), 14 bis 27 kg (Hündinnen) |
| Alter | 12 bis 16 Jahre |
| Farbe | alle Farben, einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt |
Amstaff, Pitbull oder Staffordshire Bullterrier?
Drei Namen, die regelmäßig durcheinandergehen – und die rechtlich alle im selben Einfuhrverbot stehen.
American Staffordshire Terrier (Amstaff). FCI-anerkannt, 43 bis 48 cm. In den USA seit 1936 als eigene Rasse geführt, mit Standard und Zuchtbuch.
American Pitbull Terrier. Von der FCI nicht anerkannt. Dieselben Ursprungshunde, aber außerhalb der Zuchtbücher weitergeführt.
Staffordshire Bullterrier. Eine eigene, kleinere Rasse aus England – 35 bis 40 cm. Ebenfalls FCI-anerkannt und ebenfalls im Einfuhrverbot.
Wer einen Hund als „Amstaff” angeboten bekommt, sollte auf Papiere bestehen. Ohne Ahnentafel ist die Zuordnung Auslegungssache – und im Zweifel entscheidet die Behörde, nicht der Verkäufer.
Auf einem Blick
- Amstaff: FCI-anerkannt, 43–48 cm
- Pitbull: nicht anerkannt, dieselbe Wurzel
- Staffordshire Bullterrier: eigene, kleinere Rasse aus England
- alle drei stehen im Einfuhrverbot

Der Charakter & das Wesen von Amstaff Welpen
Menschen gegenüber ist der Amstaff ausgesprochen freundlich, anhänglich und zugewandt. Er sucht Körperkontakt, ist verspielt bis ins hohe Alter und bindet sich eng an seine Familie. Als Wachhund im Sinne von Distanz zu Fremden taugt er kaum.
Er ist zudem ausgesprochen lernwillig und arbeitet gern mit. Im Hundesport – Obedience, Nasenarbeit, Dogdancing – sind Amstaffs erfolgreich vertreten.
Die Anforderung liegt im Umgang mit anderen Hunden. Viele Amstaffs bringen eine niedrigere Reizschwelle gegenüber Artgenossen mit und geben in einer Auseinandersetzung nicht schnell auf. Das ist keine Charakterschwäche, sondern ein Erbe der Zuchtgeschichte – und es verlangt vorausschauende Führung statt nachträglicher Korrektur.
Was die Haltung wirklich bedeutet
Über das Wesen hinaus solltest du wissen, wie sich ein Listenhund im Alltag anfühlt.
Leinen- und Maulkorbpflicht gelten in vielen Bundesländern generell oder in bestimmten Bereichen. Das heißt: kein freier Auslauf im Wald, kein Hundespielplatz, kein spontanes Toben mit anderen Hunden.
Wohnungssuche und Urlaub werden schwieriger. Viele Vermieter lehnen ab, viele Ferienunterkünfte ebenfalls, und bei Reisen ins Ausland gelten wieder andere Regeln.
Vorurteile begegnen dir täglich. Menschen wechseln die Straßenseite, und du wirst öfter angesprochen, als dir lieb ist.
Nichts davon spricht gegen die Rasse. Aber es sind Dinge, die man vorher wissen sollte – nicht nach sechs Monaten.

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Bewegungsdrang und Beschäftigung
Der Amstaff ist kräftig und ausdauernd. Rechne mit gut zwei Stunden am Tag, dazu Kopfarbeit.
Weil freier Auslauf durch Leinenpflicht oft eingeschränkt ist, wird die Beschäftigung an der Leine umso wichtiger: Nasenarbeit, Suchspiele, Trickdogging, Obedience. Auch Zughundesport wie Canicross passt zu seinem Körperbau – solange die Wachstumsfugen geschlossen sind.
Beim Welpen zählt die Art der Belastung mehr als die Minutenzahl: freies Laufen und Schnüffeln ja, Springen und Zugsport im ersten Jahr nicht. Mehr dazu unter Wie lange Gassi mit dem Welpen?.
Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse
Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie sind bei den Elterntieren auswertbar.
Zerebelläre Ataxie. Eine erbliche Erkrankung des Kleinhirns, die beim Amstaff vorkommt und zu fortschreitenden Bewegungsstörungen führt. Sie beginnt meist im mittleren Alter. Der Gendefekt ist bekannt und testbar – frag nach dem Befund beider Elterntiere.
Haut und Allergien kommen bei der Rasse häufiger vor: Juckreiz, Pfotenlecken, wiederkehrende Ohrenentzündungen.
Weil dieser Hund lange wächst, lohnt eine wöchentliche Gewichtskurve.
Auf einem Blick
- Gentest auf zerebelläre Ataxie verlangen
- HD- und ED-Auswertung beider Elterntiere
- auf Hautprobleme achten und früh abklären lassen
- auf Ahnentafel bestehen – sie hat auch rechtliche Bedeutung
Amstaff FAQ
Darf ich einen Amstaff in Deutschland halten?
Das entscheidet dein Bundesland. In den meisten ist die Haltung nur mit Erlaubnis möglich, häufig mit Wesenstest, Sachkundenachweis und besonderen Auflagen. Das Ordnungsamt gibt verbindlich Auskunft.
Darf ich einen Amstaff Welpen aus dem Ausland holen?
Nein. Das Einfuhrverbot nach Bundesrecht gilt für Amstaffs ebenso wie für Pitbulls, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und deren Kreuzungen.
Was ist der Unterschied zwischen Amstaff und Pitbull?
Der Amstaff ist FCI-anerkannt und hat einen Standard, der Pitbull nicht. Rechtlich werden beide in Deutschland gleich behandelt.
Sind Amstaffs kinderlieb?
Menschen gegenüber sind sie meist ausgesprochen freundlich und geduldig. Wie bei jedem kräftigen Hund gelten trotzdem klare Regeln – und die Leinenpflicht schränkt den Familienalltag spürbar ein.
Zusammenfassung
Der American Staffordshire Terrier ist eine anerkannte Rasse mit freundlichem, menschenbezogenem Wesen – und in Deutschland gleichzeitig ein Hund mit erheblichen rechtlichen Einschränkungen. Wer ihn halten will, klärt zuerst mit dem Ordnungsamt die Bedingungen, besteht auf Papieren und fragt beim Züchter nach dem Ataxie-Test. Der realistische Weg führt in Deutschland oft über das Tierheim.




