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Yorkshire Terrier Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Yorkshire Terrier Welpen
Zwei kleine Yorkshire Terrier Welpen

Yorkshire Terrier Welpen – ein Terrier, kein Schoßhund

Der Yorkshire Terrier wiegt keine dreieinhalb Kilogramm und wird deshalb oft mit einem Schoßhund verwechselt. Er ist keiner. Er ist ein Terrier, und zwar mit allem, was dazugehört.

Entstanden ist er Mitte des 19. Jahrhunderts in den Industriestädten Nordenglands. Arbeiter aus Yorkshire hielten kleine Terrier, um Ratten in Textilfabriken und Bergwerken zu jagen. Erst später wurde aus dem Arbeitshund ein Modehund.

Dieser Ursprung erklärt fast alles an ihm: den Mut, die Selbstüberschätzung, das Temperament – und die Tatsache, dass er sich von einem Schäferhund nicht beeindrucken lässt.

UrsprungslandGroßbritannien
Größebis 17 cm (Rüden), bis 16 cm (Hündinnen)
Gewichtbis 3,2 kg
Alter13 bis 16 Jahre
Felllang, fein, seidig, glatt – ohne Unterwolle
Farbedunkles Stahlblau vom Hinterhauptbein bis zum Rutenansatz, Brust und Kopf in hellem Tan
VerwendungGesellschafts- und Begleithund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 3, Sektion 4 Zwergterrier. Ohne Arbeitsprüfung.

Sein Fell ist Haar, kein Fell

Das ist mehr als eine Wortklauberei. Der Yorkshire Terrier hat kein Unterwolle und keinen Fellwechsel. Sein Haar wächst wie Menschenhaar kontinuierlich weiter, statt bis zu einer bestimmten Länge zu wachsen und dann auszufallen.

Daraus folgen drei Dinge:

Er haart praktisch nicht. Das macht ihn für Haushalte attraktiv, die wenig Hundehaare wollen. Ein häufig gehörtes Versprechen sollte man trotzdem zurückweisen: Es gibt keinen allergikerfreundlichen Hund. Allergien richten sich gegen Eiweiße in Speichel und Hautschuppen, nicht gegen Haare.

Er muss geschnitten werden. Das Haar wächst sonst bis zum Boden. Plane alle sechs bis acht Wochen einen Termin beim Hundefriseur ein – oder lerne, es selbst zu machen. Die meisten Halter entscheiden sich für einen kurzen, praktischen Schnitt statt für das bodenlange Ausstellungsfell.

Er braucht tägliche Pflege. Feines, seidiges Haar ohne Unterwolle verfilzt schnell, besonders hinter den Ohren, in den Achseln und an den Hosen. Einmal täglich durchkämmen ist der Aufwand, mit dem du rechnen musst.

Und eine Beobachtung für die Welpenzeit: Yorkshire-Welpen kommen fast schwarz mit lohfarbenen Abzeichen zur Welt. Das typische dunkle Stahlblau entwickelt sich erst über Monate bis Jahre. Erschrick also nicht, wenn dein Welpe noch gar nicht nach einem Yorkshire aussieht.

Zwei Yorkshire Terrier Welpen mit Mutter im Gras
Welpen kommen fast schwarz zur Welt – das Stahlblau entwickelt sich erst über Monate.

Auf einem Blick

Der Lebershunt – der Befund, nach dem du fragst

Beim portosystemischen Shunt, kurz Lebershunt, umgeht ein Blutgefäß die Leber. Das Blut aus dem Darm fließt an ihr vorbei, statt hindurch – und wird damit nicht entgiftet.

Der Yorkshire Terrier gehört zu den Rassen, bei denen die angeborene Form überdurchschnittlich häufig vorkommt.

Woran du es erkennst: Betroffene Welpen bleiben klein und nehmen schlecht zu. Typisch sind Symptome, die nach dem Fressen auftreten oder sich verstärken: Teilnahmslosigkeit, Desorientierung, Kreislaufen, Speicheln, im schweren Fall Krampfanfälle. Viele Betroffene vertragen zudem Narkosen schlecht.

Was du tun kannst: Ein Bluttest auf Gallensäuren ist einfach und aussagekräftig. Seriöse Züchter lassen ihre Welpen vor der Abgabe darauf testen oder haben zumindest die Elterntiere im Blick. Frag konkret danach.

Wird ein Shunt früh erkannt, lässt er sich in vielen Fällen operativ verschließen oder diätetisch gut führen. Wird er übersehen, endet er meist tödlich.

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Weitere Gesundheitsthemen

Patellaluxation. Die Kniescheibe springt aus der Führung – erkennbar am kurzen Hochnehmen eines Hinterbeins mitten im Laufen. Lass dir die Untersuchung der Elterntiere zeigen.

Trachealkollaps. Die weiche Luftröhre fällt unter Zug ein. Leitsymptom ist ein hupender, gänseartiger Husten. Deshalb: Geschirr statt Halsband, immer.

Zähne. Im winzigen Kiefer stehen die Zähne eng, Milchzähne fallen oft nicht von allein aus, Zahnstein setzt sich schnell fest. Zahnpflege gehört beim Yorkshire von Anfang an zum Alltag – Zahnverlust im mittleren Alter ist sonst die Regel. Und wie bei allen kleinen Rassen gilt: Leckerli gehören von der Tagesration abgezogen, nicht obendrauf.

„Teacup”. Auch beim Yorkshire wird mit Miniaturgrößen geworben. Der Standard nennt bis 3,2 Kilogramm. Hunde darunter neigen zu Unterzuckerung, Knochenbrüchen und den oben genannten Problemen in verstärkter Form – dasselbe Muster wie beim Chihuahua. Wer „Teacup” schreibt, ist kein Züchter.

Wie du deinen Welpen früh an die Pflege gewöhnst, steht unter Welpenfellpflege.

Der Charakter & das Wesen von Yorkshire Terrier Welpen

Der Yorkshire ist selbstbewusst, mutig, neugierig und ausgesprochen wachsam. Er meldet zuverlässig und hat eine Meinung zu allem, was sich bewegt – inklusive Hunden, die das Zwanzigfache wiegen.

Er ist intelligent und lernt schnell. Was er braucht, ist ein Halter, der ihn als Hund behandelt:

Lass ihn laufen. Ein Yorkshire, der ständig getragen wird, lernt die Welt nie kennen. Er ist erstaunlich ausdauernd und wandert gern mit.

Nimm ihn nicht hoch, wenn ein großer Hund kommt. Das verstärkt die Unsicherheit. Ruhiger, kontrollierter Kontakt zu souveränen Hunden ist der bessere Weg.

Arbeite am Bellen. Belohne das Aufhören, nicht das Anfangen. Ein früh geführter Yorkshire ist ein angenehmer Hund – ein ungeführter ist laut.

Denk an den Jagdtrieb. Er ist Rattenjäger gewesen und interessiert sich entsprechend für alles, was raschelt. Ein sicherer Rückruf braucht Arbeit.

Sein Bewegungsbedarf liegt bei etwa einer Stunde täglich, gern aufgeteilt, plus Kopfarbeit. Agility und Tricktraining in Zwerggröße liegen ihm ausgezeichnet.

Yorkshire Terrier Junghund auf einer Bank
Ein Terrier im Kleinformat: mutig, wachsam und erstaunlich ausdauernd.
Yorkshire Terrier
Die meisten Halter entscheiden sich für einen kurzen, praktischen Schnitt statt für bodenlanges Ausstellungsfell.

Yorkshire Terrier FAQ

Wie alt wird ein Yorkshire Terrier?

13 bis 16 Jahre. Er gehört zu den langlebigsten Rassen – der größte Hebel dafür sind gesunde Zähne und ein normalgewichtiger Hund.

Haart der Yorkshire Terrier?

Kaum. Er hat kein Unterhaar und keinen Fellwechsel. Dafür muss das Haar alle sechs bis acht Wochen geschnitten und täglich durchgekämmt werden.

Ist er für Allergiker geeignet?

Nicht verlässlich. Allergien richten sich gegen Eiweiße in Speichel und Hautschuppen. Wer empfindlich ist, sollte vorher längeren Kontakt zu einem erwachsenen Hund der Rasse suchen.

Passt er zu Kindern?

Zu älteren, ruhigen Kindern ja. Er ist sehr zierlich und verträgt grobes Anfassen schlecht.

Warum kein Halsband?

Die weiche Luftröhre kleiner Hunde kann unter Zug einfallen. Ein gut sitzendes Geschirr verteilt den Zug auf den Brustkorb.

Zusammenfassung

Der Yorkshire Terrier ist ein mutiger, kluger, langlebiger kleiner Hund mit dem Kopf eines Terriers und dem Haar eines Menschen. Wer ihn als Hund behandelt, laufen lässt und am Bellen arbeitet, bekommt einen erstaunlich vielseitigen Begleiter für anderthalb Jahrzehnte.

Beim Kauf zählen zwei Dinge: der Gallensäurentest auf einen Lebershunt und ein Züchter, dessen Elterntiere im Standardgewicht liegen. Und im Alltag zählen die Zähne – dort verliert diese Rasse sonst still ihre guten Jahre.