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Französische Bulldoggen Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Französische Bulldoggen Welpen
Französische Bulldogge Mutter mit Welpen

Französische Bulldoggen Welpen – die beliebteste Rasse mit dem größten Problem

Die Französische Bulldogge gehört seit Jahren zu den meistgekauften Hunden Deutschlands. Sie ist klein, kommt mit wenig Bewegung aus, ist ausgesprochen menschenbezogen und sieht aus wie ein Comic. Das erklärt den Erfolg.

Derselbe Erfolg ist ihr Problem. Kaum eine Rasse wird so häufig von Vermehrern produziert, die weder auf Gesundheit achten noch achten müssen – und kaum eine Rasse leidet so verbreitet unter Zuchtfolgen.

Deshalb steht auf dieser Seite die Gesundheit vor dem Wesen. Nicht, weil die Rasse schlecht wäre, sondern weil der Unterschied zwischen einem gesunden und einem lebenslang leidenden Hund hier größer ist als bei fast jeder anderen.

UrsprungslandFrankreich
Größe25 bis 34 cm
Gewicht9 bis 14 kg (Rüden), 8 bis 13 kg (Hündinnen)
Alter10 bis 12 Jahre
Fellkurz, glatt, dicht
VerwendungGesellschafts- und Begleithund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 11

Die Nase entscheidet – und du kannst sie nachmessen

Die Französische Bulldogge ist brachyzephal: kurzköpfig. Der Schädel wurde über Generationen verkürzt, die Weichteile darin aber nicht. Nasengänge, Gaumensegel und Kehlkopf müssen sich denselben Platz teilen wie vorher – nur ist weniger davon da.

Die Folge heißt BOAS, brachyzephales obstruktives Atemwegssyndrom. Betroffene Hunde bekommen dauerhaft zu wenig Luft. Schnarchen, Röcheln, schnelle Erschöpfung und Hitzeprobleme sind keine Rassemerkmale, sondern Symptome.

Es gibt eine Messgröße, an der du dich orientieren kannst: das Verhältnis von Nasenlänge zur gesamten Kopflänge, die craniofaziale Ratio.

Für dich als Käufer heißt das ganz praktisch: Je mehr Nase, desto besser. Ein Welpe mit erkennbarem Nasenrücken ist die bessere Wahl als der flachste im Wurf – auch wenn Letzterer dem gängigen Bild mehr entspricht.

Auf einem Blick

Schwarze französische Bulldogge im Wald
Je deutlicher der Nasenrücken ausgeprägt ist, desto besser bekommt der Hund Luft.

Was das Gesetz sagt

Seit 1989 verbietet § 11b Tierschutzgesetz die Zucht mit Tieren, bei denen zu erwarten ist, dass die Nachkommen unter Schmerzen, Leiden oder Schäden leiden – das sogenannte Qualzuchtverbot.

Seit Anfang 2022 dürfen Hunde mit Qualzuchtmerkmalen in Deutschland zudem nicht mehr ausgestellt werden und nicht an Prüfungen teilnehmen. Das betrifft ausdrücklich auch Hunde mit BOAS.

Im März 2026 wurde eine Novelle des Tierschutzgesetzes in erster Lesung beraten. Geplant sind unter anderem eine konkrete Merkmalsliste zu § 11b sowie Verbote für Onlinehandel und Bewerbung von Hunden mit Qualzuchtmerkmalen.

Die Haltung ist und bleibt erlaubt. Es gibt kein Halteverbot. Wer bereits eine Französische Bulldogge hat, muss sich keine Sorgen machen. Es geht um die Zucht – und damit darum, was du beim Kauf unterstützt.

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Weitere Punkte, die du kennen solltest

Die Wirbelsäule. Die kurze, geknickte Rute der Französischen Bulldogge ist keine isolierte Eigenschaft – sie hängt mit Fehlbildungen der Wirbelkörper zusammen, sogenannten Keilwirbeln. Die können sich auf die Brust- und Lendenwirbelsäule fortsetzen und zu Lähmungen führen.

Die Geburt. Breiter Kopf, schmales Becken: Viele Würfe kommen per Kaiserschnitt zur Welt. Für die Hündin bedeutet jeder Wurf eine Operation.

Die Hitze. Hunde kühlen sich über Hecheln. Wer schlecht Luft bekommt, kann schlecht hecheln. Französische Bulldoggen sind deshalb hitzeempfindlich und bei Sommerhitze ernsthaft gefährdet. Sommerspaziergänge gehören in die frühen Morgenstunden.

Die Haut. In den Gesichtsfalten sammeln sich Feuchtigkeit und Schmutz. Regelmäßiges Trockenhalten beugt Entzündungen vor.

Wasser. Kurzköpfige Hunde mit kompaktem Körperbau schwimmen schlecht bis gar nicht. Ein unbeaufsichtigter Gartenteich ist eine echte Gefahr.

Nicht vergessen: Zecken sind inzwischen ganzjährig aktiv, Zecken und Flöhe.

Der Charakter & das Wesen von Französische Bulldoggen Welpen

Bei allem Ernst der Gesundheitsfragen: Vom Wesen her ist die Französische Bulldogge ein wunderbarer Hund. Sie ist kontaktfreudig, verspielt, humorvoll und ausgesprochen menschenbezogen – ein echter Familienhund ohne Schärfe.

Sie ist nicht besonders bewegungsfreudig und kommt mit einer Stunde am Tag aus – was bei einem Hund mit eingeschränkter Atmung auch gut so ist. Kopfarbeit, Suchspiele und Tricks lasten sie aus, ohne sie außer Atem zu bringen.

Sie bleibt ungern allein und neigt zu ausgeprägter Bindung. Das Alleinbleiben will früh geübt werden.

Französische Bulldogge FAQ

Ist die Französische Bulldogge eine Qualzucht?

Der Begriff bezieht sich auf Merkmale, nicht auf ganze Rassen. Hunde mit schwerer Brachyzephalie fallen unter das Zuchtverbot des § 11b Tierschutzgesetz. Es gibt innerhalb der Rasse Linien, die deutlich freier atmen – auf die kommt es an.

Darf ich eine Französische Bulldogge halten?

Ja. Es gibt kein Halteverbot, weder jetzt noch in den geplanten Änderungen. Die Regelungen betreffen Zucht, Ausstellung und Handel.

Woran erkenne ich einen gesunden Welpen?

An den Eltern. Sie sollten nach fünf Minuten zügigem Gehen ruhig atmen, einen erkennbaren Nasenrücken haben und mit BOAS- und Wirbelsäulenbefunden vorgestellt werden.

Wie viel Bewegung braucht sie?

Etwa eine Stunde täglich, aufgeteilt und ohne Belastungsspitzen. Bei Hitze deutlich weniger und nur in den kühlen Tagesstunden.

Zusammenfassung

Die Französische Bulldogge ist charakterlich einer der angenehmsten kleinen Familienhunde – und gesundheitlich eine der heikelsten Rassen überhaupt. Der Unterschied liegt nicht in der Rasse, sondern in der Zuchtlinie. Wer auf Nasenlänge, freie Atmung und Wirbelsäulenbefunde achtet, kauft einen anderen Hund als der, der den flachsten Welpen im Wurf nimmt.