Mops Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Mops Welpen – viel Hund auf kleinem Raum
Der Rassestandard beschreibt den Mops als „Multum in Parvo” – viel Masse in kleinem Raum. Er ist quadratisch, kompakt, muskulös und im Wesen ein ausgesprochen fröhlicher, menschenbezogener Hund mit viel Humor.
Seine Geschichte reicht weit zurück: Der Mops stammt ursprünglich aus China, wo er an Kaiserhöfen gehalten wurde. Über niederländische Händler kam er nach Europa, das Rassepatronat liegt heute bei Großbritannien.
Was diesen Beitrag von einem Rasseportrait unterscheidet: Beim Mops entscheidet die Züchterwahl stärker über das Leben des Hundes als bei fast jeder anderen Rasse. Deshalb stehen die gesundheitlichen Fragen hier vorn.
| Ursprungsland | China – Patronat Großbritannien |
| Größe | bis 35 cm |
| Gewicht | 6 bis 8 kg |
| Alter | 12 bis 15 Jahre |
| Fell | kurz, glatt, weich und glänzend |
| Farbe | silber, apricot, hellfalbfarben oder schwarz – stets mit dunkler Maske |
| Verwendung | Gesellschafts- und Begleithund |
| Klassifikation F.C.I. | Gruppe 9, Sektion 11 Kleine doggenartige Hunde. Ohne Arbeitsprüfung. |
Die Nasenlänge entscheidet
Der Mops ist brachyzephal, also kurzköpfig – ausgeprägter als jede andere verbreitete Rasse. Der Schädel wurde über Generationen verkürzt, die Weichteile darin aber nicht: Nasengänge, Gaumensegel und Kehlkopf teilen sich denselben Platz wie vorher, nur ist weniger davon da.
Die Folge heißt BOAS, brachyzephales obstruktives Atemwegssyndrom. Betroffene Hunde bekommen dauerhaft zu wenig Luft. Schnarchen, Röcheln, schnelle Erschöpfung und Hitzeprobleme sind keine Rassemerkmale, sondern Symptome.
Es gibt eine Messgröße, an der du dich beim Welpenkauf orientieren kannst: die craniofaziale Ratio, das Verhältnis von Nasenlänge zur gesamten Kopflänge.
- Liegt sie unter 0,3 – die Nase ist also kürzer als ein Drittel des Kopfes – gilt das als schwere Brachyzephalie, für die ein Zuchtverbot besteht.
- Liegt sie darüber, gilt ein eingeschränktes Zuchtverbot, abhängig von weiteren Befunden.
Für dich heißt das praktisch: Je mehr Nase, desto besser. Ein Welpe mit erkennbarem Nasenrücken ist die bessere Wahl als der flachste im Wurf – auch wenn Letzterer dem gängigen Bild vom Mops mehr entspricht.
Die Probe an den Elterntieren: Ein gesunder Mops soll nach fünf Minuten zügigem Gehen ruhig atmen, nicht röcheln. Lass dir die Eltern live und in Bewegung zeigen, nicht auf Fotos.
Auf einem Blick
- Schnarchen und Röcheln sind Symptome, keine Rassemerkmale
- achte auf einen erkennbaren Nasenrücken statt auf ein flaches Gesicht
- Elterntiere sollen nach fünf Minuten Gehen ruhig atmen
- die Haltung bleibt erlaubt – geregelt sind Zucht, Ausstellung und Handel

Der Gentest, nach dem du fragen musst
Die nekrotisierende Meningoenzephalitis (NME), auch Pug Dog Encephalitis genannt, ist eine erblich bedingte Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, bei der sich das Immunsystem gegen das eigene Nervengewebe richtet.
Sie trifft fast ausschließlich den Mops. Erste Symptome zeigen sich meist zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr: Desorientierung, Krampfanfälle, Zusammenbrüche. Der Verlauf ist nicht aufzuhalten – betroffene Hunde sterben in der Regel wenige Monate nach den ersten Anzeichen.
Seit Ende 2012 gibt es in Deutschland einen Gentest, der einen mit NME verbundenen Risikofaktor erkennt. Verantwortungsvolle Züchter testen ihre Zuchttiere und legen das Ergebnis vor.
Frag danach. Ein Züchter, der den Test nicht kennt, züchtet an der wichtigsten Frage dieser Rasse vorbei.

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Weitere Punkte, die dazugehören
Die Augen. Große, hervorstehende Augen in einer flachen Gesichtsfläche sind schlecht geschützt. Hornhautverletzungen entstehen schon beim Spielen im Gebüsch. Im Extremfall kann der Augapfel bei einem Stoß oder starkem Zug am Halsband aus der Augenhöhle treten – ein Notfall, der sofort in die Klinik gehört. Deshalb: immer Geschirr, nie Halsband.
Die Wirbelsäule. Die eingerollte Rute des Mopses ist keine isolierte Eigenschaft – sie hängt mit Fehlbildungen der Wirbelkörper zusammen, den Keilwirbeln. Die können sich auf die Brust- und Lendenwirbelsäule fortsetzen und zu Lähmungen führen. Frag nach Röntgenbefunden.
Das Gewicht. Der Mops frisst gern und viel, und jedes zusätzliche Kilo verschlechtert die Atmung spürbar. Bei einem 7-Kilo-Hund sind 700 Gramm schon zehn Prozent. Wiege das Futter ab und zieh Leckerli von der Tagesration ab. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Futtermenge für Welpen.
Die Hitze. Hunde kühlen sich über Hecheln. Wer schlecht Luft bekommt, kühlt schlecht. Im Sommer gehören Spaziergänge in die frühen Morgenstunden – und der Mops niemals allein ins Auto, auch nicht kurz.
Die Falten. In den Gesichtsfalten sammeln sich Feuchtigkeit und Schmutz. Regelmäßiges Trockenhalten beugt Entzündungen vor.
Das Wasser. Kompakter Körper, kurzer Kopf: Möpse schwimmen schlecht bis gar nicht. Ein ungesicherter Gartenteich ist eine echte Gefahr.
Zwischen dem vierten und siebten Monat kommt außerdem der Zahnwechsel dazu.
Der Retromops – der dritte Weg
Wenn dir das Wesen der Rasse gefällt, die Atemprobleme aber nicht, gibt es eine Alternative. Unter dem Namen Retromops arbeiten Züchter seit Jahren daran, den Hund näher an seine ursprüngliche, längernasige Form zurückzubringen – meist durch Einkreuzung anderer Rassen.
Das Ergebnis sieht erkennbar nach Mops aus, hat aber einen deutlich längeren Fang, freiere Atmung und längere Beine.
Zwei Einschränkungen, die du kennen solltest: Der Retromops ist keine anerkannte Rasse und hat keinen einheitlichen Standard. Die Qualität schwankt entsprechend – und leider nutzen auch Vermehrer den Begriff als Verkaufsargument. Schau also genauso genau hin wie beim Rassemops: Atmung der Elterntiere, Gesundheitsbefunde, Aufzuchtbedingungen.

Der Charakter & das Wesen von Mops Welpen
Bei allem Ernst der Gesundheitsfragen: Charakterlich ist der Mops ein Geschenk. Er ist fröhlich, gesellig, anhänglich und ausgesprochen geduldig. Er hat kaum Jagdtrieb, ist mit Kindern und anderen Hunden verträglich und nimmt das Leben gelassen.
Er ist kein Wachhund und will auch keiner sein. Fremde begrüßt er wie alte Bekannte.
Zwei Eigenheiten:
Er ist verfressen. Das ist der stärkste Trainingshebel, den du hast – und gleichzeitig sein größtes Gesundheitsrisiko. Nutze Futter zum Üben, aber rechne es ab.
Er bleibt ungern allein. Der Mops sucht ständige Nähe und liegt am liebsten mitten im Geschehen. Das Alleinbleiben will früh und in kleinen Schritten geübt werden.
Sein Bewegungsbedarf ist gering: Drei kurze Runden am Tag genügen, und das ist auch gut so. Belastungsspitzen – Joggen, Fahrradfahren, langes Toben bei Wärme – gehören bei dieser Rasse nicht ins Programm. Kopfarbeit, Suchspiele und Tricks lasten ihn aus, ohne ihn außer Atem zu bringen.
Mops FAQ
Ist der Mops eine Qualzucht?
Der Begriff bezieht sich auf Merkmale, nicht auf ganze Rassen. Hunde mit schwerer Brachyzephalie fallen unter das Zuchtverbot des § 11b Tierschutzgesetz. Innerhalb der Rasse gibt es Linien, die deutlich freier atmen – auf die kommt es an.
Darf ich einen Mops halten?
Ja. Es gibt kein Halteverbot, auch nicht in den geplanten Änderungen. Die Regelungen betreffen Zucht, Ausstellung und Handel.
Warum Geschirr statt Halsband?
Zug am Hals verschlechtert die Atmung eines kurzköpfigen Hundes zusätzlich und erhöht den Druck im Kopf – im Extremfall bis zum Vorfall des Augapfels. Ein gut sitzendes Geschirr verteilt den Zug auf den Brustkorb.
Wie viel Bewegung braucht ein Mops?
Drei kurze, ruhige Runden am Tag. Bei Hitze deutlich weniger und nur morgens oder spätabends.
Was ist ein Retromops?
Eine Rückzüchtung auf einen längeren Fang und freiere Atmung. Keine anerkannte Rasse, kein einheitlicher Standard – die Qualität hängt ganz am Züchter.
Zusammenfassung
Der Mops ist charakterlich einer der angenehmsten kleinen Familienhunde: fröhlich, geduldig, gesellig und mit wenig Bewegungsbedarf. Gesundheitlich ist er eine der anspruchsvollsten Rassen überhaupt.
Der Unterschied liegt nicht in der Rasse, sondern in der Zuchtlinie. Wer auf Nasenlänge, freie Atmung der Elterntiere, den NME-Gentest und Wirbelsäulenbefunde achtet – oder gleich zum Retromops greift –, kauft einen anderen Hund als der, der den flachsten Welpen im Wurf nimmt.




