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Welpe im Auto sichern: Was die StVO verlangt

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Jack Russell Terrier steht im Kofferraum neben einer Transportbox
Quer hinter der Rückbanklehne – so stützt sich die Box bei einem Aufprall ab

Ein unschöner, aber hilfreicher Rechtsbegriff

In der Straßenverkehrsordnung kommt der Hund nicht als Hund vor. Er fällt unter § 22 StVO – Ladung. Und Ladung muss so verstaut sein, dass sie „selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen“ kann.

Der Begriff ist unschön. Er trifft die Physik aber genau, und die ist der eigentliche Grund für dieses Thema.

Auf einem Blick

Warum es nicht um das Bußgeld geht

Die Beträge sind überschaubar: 35 Euro für einen ungesicherten Hund, 60 Euro und ein Punkt, wenn dadurch jemand gefährdet wurde, 75 Euro und ein Punkt bei einem Unfall.

Das ist nicht der Grund, warum man es tut. Der Grund ist die Rechnung dahinter.

Bei einem Aufprall wirkt jede Masse mit einem Vielfachen ihres Gewichts. Bei 50 km/h entspricht das ungefähr dem 25-Fachen:

HundWirkung bei 50 km/h
5 kg (Chihuahua, Zwergpudel)rund 125 kg
10 kg (Dackel, Malteser)rund 250 kg
20 kg (Cocker, Beagle)rund 500 kg
35 kg (Labrador, Schäferhund)rund 875 kg

Ein ungesicherter Hund auf der Rückbank fliegt bei einem Aufprall nach vorn – durch die Lehne, gegen die Kopfstützen, gegen die Insassen. Er selbst überlebt das selten, und für die Menschen im Auto wird er zum Geschoss. Auch ein Welpe mit sechs Kilo.

Dazu kommt ein zweiter, häufigerer Fall: Ein freilaufender Hund, der im Fußraum landet oder auf den Fahrer springt, verursacht den Unfall erst. Deshalb steht neben § 22 auch § 23 StVO: Der Fahrer muss jederzeit freie Sicht haben und das Fahrzeug beherrschen können.

Die Lösungen, sortiert nach Sicherheit

1. Transportbox im Kofferraum – der Maßstab

Eine feste Box, quer hinter der Rückbanklehne, die den Kofferraum in der Breite ausfüllt. Diese Anordnung ist in Crashtests am besten abgeschnitten: Die Box stützt sich bei einem Aufprall an der Lehne ab, statt nach vorn geschoben zu werden.

Achte auf Crashtests von ADAC, TÜV oder Stiftung Warentest. „Stabil verarbeitet“ im Produkttext bedeutet nichts.

Worauf es bei der Auswahl sonst ankommt, steht in Faltbare Transportbox für das Auto.

2. Sicherheitsgeschirr mit Gurtadapter

Für kleine und mittlere Hunde und für Autos ohne passenden Kofferraum die praktikable Lösung. Der Hund sitzt auf der Rückbank, das Geschirr wird über einen kurzen Adapter im Gurtschloss befestigt.

Drei Regeln:

3. Trenngitter – mit einer Einschränkung

Ein fest montiertes Gitter zwischen Kofferraum und Fahrgastzelle verhindert, dass der Hund nach vorn kommt. Das schützt die Menschen im Auto.

Den Hund schützt es kaum: Er fliegt weiterhin durch den Kofferraum gegen das Gitter. Besser als nichts, schlechter als eine Box.

Was nicht geht

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Der Punkt mit der Versicherung

Ein Aspekt, der selten erwähnt wird: Wer seinen Hund nicht sichert, riskiert Ärger mit der eigenen Versicherung.

Kommt es zu einem Unfall und war der Hund ungesichert, kann der Kaskoversicherer die Leistung wegen grober Fahrlässigkeit kürzen. Und beim Haftpflichtfall gegenüber Dritten steht die Frage im Raum, ob der Schaden vermeidbar gewesen wäre. Wie das Zusammenspiel der Versicherungen aussieht, steht in Die Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Der Welpe soll das Auto auch mögen

Sicherung ist die eine Hälfte. Die andere ist, dass dein Welpe das Auto nicht als unangenehmen Ort abspeichert – und dafür ist der Zeitpunkt jetzt, in den ersten Monaten.

Die Box kennenlernen, bevor sie ins Auto kommt. Erst zu Hause aufbauen, füttern lassen, darin schlafen lassen. Der Aufbau steht in Hundebox-Training.

Im stehenden Auto anfangen. Motor aus, Tür offen, ein Kauartikel. Ein paar Minuten, dann wieder raus.

Motor an, ohne zu fahren. Nächster Schritt, ebenfalls kurz.

Die erste Fahrt ist zwei Minuten lang und endet an einem guten Ort – einer Wiese, nicht beim Tierarzt.

Nicht direkt vor der Fahrt füttern. Zwei bis drei Stunden Abstand ersparen vielen Welpen das Erbrechen.

Fenster leicht auf, Frischluft, ruhige Fahrweise. Übelkeit entsteht bei Welpen besonders leicht, und was dagegen hilft, steht in Reisekrankheit beim Welpen.

Zwei Dinge für unterwegs

Nie allein im Auto lassen. Der Innenraum heizt sich schneller auf, als die meisten glauben – auch im Schatten, auch bei geöffnetem Fenster. Für einen Welpen wird das binnen Minuten kritisch. Ausführlich in Den Welpen allein im Auto lassen und Hitzschlag beim Welpen.

Aussteigen nur mit Leine. Die Leine wird angelegt, bevor die Tür oder die Heckklappe aufgeht. Ein Hund, der auf einem Parkplatz oder Rastplatz herausspringt, steht im schlimmsten Fall auf der Fahrbahn. Wer eine Box hat, hat es leichter: erst Heckklappe, dann Leine durchs Gitter, dann Boxentür.

Zusammenfassung

Für die Straßenverkehrsordnung ist der Hund Ladung und muss gesichert sein – ungesichert kostet das 35 Euro, bei Gefährdung 60 Euro und einen Punkt. Der eigentliche Grund ist aber die Physik: Bei 50 km/h wirkt ein 20-Kilo-Hund wie eine halbe Tonne. Am sichersten ist eine feste Box quer hinter der Rückbank, am besten aus Aluminium und mit Crashtest; für kleinere Hunde tut ein gepolstertes Sicherheitsgeschirr am kurzen Gurtadapter seinen Dienst – niemals am Halsband. Ein Trenngitter schützt die Insassen, nicht den Hund. Und weil ein Welpe das Auto noch nicht kennt, lohnt es sich, die Box zuerst zu Hause einzuführen und mit Zwei-Minuten-Fahrten zu beginnen, die an einer Wiese enden.