Futtermenge Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Rechner
Wie viel Futter braucht dein Welpe?
Die Zahl ist ein Startwert, keine Vorgabe. Ob sie stimmt, entscheidet der Hund: Rippen unter leichtem Druck deutlich fühlbar, aber nicht sichtbar. Prüf das einmal pro Woche und pass die Menge in Schritten von etwa zehn Prozent an. Leckerli und Kauartikel gehörenabgezogen, nicht obendrauf.
Futtermenge für Welpen – der Hund entscheidet, nicht die Tabelle
Die Zahl oben ist ein Startwert. Genau wie die Fütterungsempfehlung auf der Packung.
Denn die richtige Menge hängt von Dingen ab, die weder ein Rechner noch ein Hersteller kennen kann: wie viel dein Welpe sich bewegt, wie er verstoffwechselt, wie warm er wohnt, wie schnell er gerade wächst und wie viele Leckerli nebenher laufen. Deshalb steht dort eine Spanne und keine glatte Zahl – wer eine glatte Zahl verspricht, verspricht zu viel.
Womit gerechnet wird: mit der Gleichung aus den FEDIAF-Richtlinien (Tabelle VII-8b), dem europäischen Maßstab für Futterzusammensetzung. Sie gilt ab der achten Lebenswoche und berücksichtigt, wie weit dein Welpe auf dem Weg zum Endgewicht schon ist – ein Achtwöchiger braucht pro Kilogramm gut doppelt so viel Energie wie derselbe Hund ausgewachsen.
Kennst du das Endgewicht nicht? Dann schätz es zuerst mit dem Rechner unter Wächst mein Welpe richtig? – er braucht nur das Gewicht der Elterntiere oder Alter und heutiges Gewicht.
Und dann gibt es noch die eine Methode, die keine Rechnung ersetzen kann und die zehn Sekunden am Tag kostet: den Hund anfassen.
Auf einem Blick
- Packungsangabe ist der Startwert, nicht die Wahrheit
- entscheidend ist der Rippentest, nicht die Waage
- Leckerli und Kauartikel gehören abgezogen, nicht draufgerechnet
- bei großen Rassen gilt: lieber etwas zu schlank als zu rund
Der Rippentest
Streich mit flacher Hand über den Brustkorb deines Welpen.
Richtig: Du fühlst die Rippen unter leichtem Druck deutlich, kannst sie aber nicht sehen. Von oben betrachtet hat der Hund hinter dem Brustkorb eine erkennbare Taille. Von der Seite ist die Bauchlinie nach hinten hin aufgezogen.
Zu dünn: Du siehst die Rippen, die Taille ist stark eingezogen, Hüfthöcker und Wirbel treten hervor.
Zu dick: Du musst drücken, um die Rippen zu finden. Die Taille verschwindet, die Bauchlinie verläuft gerade oder hängt durch.
Wie du daraus die Menge ableitest: Prüf einmal pro Woche und pass die Tagesmenge in kleinen Schritten an – etwa zehn Prozent nach oben oder unten, dann zwei Wochen beobachten. Sprunghafte Änderungen bringen nichts.
Tierärzte nutzen dafür den Body Condition Score, eine Skala von 1 bis 9 mit dem Idealbereich in der Mitte. Der Rippentest ist die Kurzfassung davon – und für den Alltag völlig ausreichend.
Warum nicht die Waage? Ein Welpe nimmt beim Wachsen ständig zu. Die Waage sagt dir also nicht, ob er zu dick ist – nur, dass er größer wird. Aussagekräftig wird sie erst beim ausgewachsenen Hund.


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Abwiegen statt schätzen
Das klingt pedantisch und ist der wirksamste Einzelhebel überhaupt.
Ein Becher „voll” schwankt je nach Tag um zwanzig Prozent. Bei einem 5-Kilo-Welpen ist das erheblich. Eine einfache Küchenwaage neben dem Futtersack löst das Problem dauerhaft.
Wie du vorgehst:
- Tagesmenge nach Packungsangabe bestimmen – als Startwert.
- Auf die Anzahl der Mahlzeiten aufteilen.
- Leckerli und Kauartikel abziehen – dazu unten mehr.
- Einmal wöchentlich Rippentest, Menge in Zehn-Prozent-Schritten anpassen.
Leckerli richtig verrechnen
Der Punkt, an dem die meisten Rechnungen kippen.
Als Faustregel gilt: Leckerli sollten höchstens zehn Prozent der Tagesration ausmachen – und diese zehn Prozent werden abgezogen, nicht addiert.
Das wird schnell relevant:
- Bei einem 5-Kilo-Welpen sind ein paar Leckerli im Training schnell ein Viertel des Tagesbedarfs.
- Ein Rinderohr kann bei einem kleinen Hund einem erheblichen Teil der Tagesration entsprechen.
- In der Trainingsphase laufen oft mehr Belohnungen als Mahlzeiten.
Der einfachste Trick: Nimm einen Teil der normalen Tagesration als Trainingsfutter. Trockenfutter funktioniert dafür direkt, Nassfutter lässt sich in eine Tube füllen. Damit ist die Rechnung automatisch korrekt.
Mehr dazu unter Die richtigen Leckerlis und Kauknochen für Welpen.
Wie viele Mahlzeiten am Tag?
Ein Welpe hat einen kleinen Magen und einen hohen Energiebedarf – deshalb mehrere Portionen statt einer großen.
Eine übliche Einteilung:
- bis etwa 4 Monate: vier Mahlzeiten
- bis etwa 6 Monate: drei Mahlzeiten
- danach: zwei Mahlzeiten – und dabei bleibt es ein Leben lang
Nur eine Mahlzeit am Tag ist keine gute Idee, besonders nicht bei großen Hunden mit tiefem Brustkorb: Große Einzelportionen erhöhen das Risiko einer Magendrehung.
Nach dem Fressen eine Stunde Ruhe – kein Toben, kein Spaziergang. Auch das gehört zur Vorbeugung.
Mehr zum Ablauf unter Wie füttert man einen Welpen richtig.

Wenn der Welpe zu- oder abnimmt
Wiegen ergänzt den Rippentest: Er zeigt den Zustand, die Waage die Richtung. Wie du die Kurve führst und was normal ist, steht unter Gewichtstabelle: Wächst mein Welpe richtig?.
Zu dick geworden? Menge um zehn Prozent reduzieren, Leckerli konsequent abziehen, nach zwei Wochen erneut prüfen. Nicht hungern lassen – ein wachsender Hund braucht Nährstoffe.
Zu dünn? Erst prüfen, ob er das Futter wirklich frisst und ob er es behält. Anhaltender Gewichtsverlust bei normalem Appetit gehört zum Tierarzt – Parasiten sind bei Welpen die häufigste Ursache. Mehr unter Welpe frisst nicht.
Schwankungen im Zahnwechsel sind normal. Zwischen dem dritten und siebten Monat fressen viele Welpen vorübergehend weniger, weil das Kauen unangenehm ist. Weiche Belohnungen und angefeuchtetes Futter helfen darüber hinweg.
Und in der Pubertät verändert sich der Bedarf noch einmal – manche Junghunde werden vorübergehend schlaksig. Das gleicht sich aus, solange der Rippentest im Rahmen bleibt.
Futtermenge Welpen FAQ
Wie viel Futter braucht ein Welpe am Tag?
Die Packungsangabe ist der Startwert. Die tatsächliche Menge ergibt sich aus dem wöchentlichen Rippentest und wird in Zehn-Prozent-Schritten angepasst.
Wie oft am Tag sollte ich füttern?
Bis etwa vier Monate viermal, bis sechs Monate dreimal, danach zweimal täglich.
Zählen Leckerli zur Tagesration?
Ja. Sie sollten höchstens zehn Prozent ausmachen und werden abgezogen, nicht addiert.
Woran erkenne ich, ob mein Welpe zu dick ist?
Wenn du drücken musst, um die Rippen zu fühlen, und die Taille von oben nicht mehr erkennbar ist.
Darf ich den Napf stehen lassen?
Besser nicht. Feste Portionen machen die Menge kontrollierbar, und bei großen Rassen ist freie Aufnahme ausdrücklich ungünstig.
Zusammenfassung
Die richtige Futtermenge steht nicht auf der Packung, sondern zeigt sich am Hund. Wiege die Tagesmenge ab, zieh Leckerli davon ab statt sie draufzulegen – und mach einmal pro Woche den Rippentest.
Bei kleinen Rassen geht es dabei vor allem um Gelenke und Lebensdauer, bei großen um mehr: Ein Riesenwelpe, der zu schnell wächst, bezahlt das mit Hüften, die ihn ein Leben lang begleiten.



