Der Zahnwechsel beim Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Der Zahnwechsel – was in diesen Monaten passiert
Ein Welpe kommt zahnlos zur Welt. Ab etwa der dritten Lebenswoche brechen die Milchzähne durch – 28 an der Zahl, spitz wie Nadeln.
Ab etwa der 16. Lebenswoche beginnt der Wechsel: Die Milchzähne fallen aus und werden durch das bleibende Gebiss ersetzt. Mit etwa sechs bis sieben Monaten ist der Vorgang meist abgeschlossen. Dann hat ein erwachsener Hund 42 Zähne – und die behält er, wenn nichts schiefgeht, sein Leben lang.
Diese wenigen Monate erklären erstaunlich viel vom Verhalten deines Welpen in dieser Zeit. Wo der Zahnwechsel in der Gesamtentwicklung steht, zeigt Welpenentwicklung Woche für Woche.
Auf einem Blick
- Zahnwechsel etwa von der 16. Woche bis zum 6. bis 7. Monat
- 28 Milchzähne werden durch 42 bleibende ersetzt
- verstärktes Kauen, weniger Appetit und Trainingsunlust sind normal
- persistierende Milchzähne müssen gezogen werden – der wichtigste Punkt
Woran du den Zahnwechsel merkst
Er kaut mehr. Auf allem. Das juckende, schmerzende Zahnfleisch sucht Gegendruck. Mehr dazu unter Welpe beißt.
Er frisst zögerlicher. Harte Brocken tun weh. Eingeweichtes Trockenfutter oder Nassfutter hilft über diese Wochen – siehe Welpe frisst nicht.
Das Training läuft schlechter. Harte Leckerli sind unangenehm, die Konzentration sinkt. Nimm weiche Belohnungen und kürzere Einheiten.
Er blutet leicht. Etwas Blut am Spielzeug oder ein leichter Mundgeruch sind in dieser Phase normal.
Du findest Zähne – oder auch nicht. Die meisten Milchzähne werden verschluckt. Das ist unbedenklich.
Leicht gerötetes Zahnfleisch an den Durchbruchstellen gehört dazu.


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Was in dieser Zeit hilft
Geeignete Kauartikel. Weich genug, dass du mit dem Fingernagel einen Abdruck hinterlässt. Geweih, Kauwurzeln und Hufe sind jetzt besonders riskant – ein Welpenzahn bricht leichter als ein erwachsener. Ausführlich unter Kauknochen für Welpen.
Kälte. Ein nasses, eingefrorenes Handtuch oder ein gekühltes, befüllbares Kauspielzeug lindert spürbar. Das einfachste Hausmittel überhaupt – nur unter Aufsicht anbieten.
Weiches Futter. Trockenfutter zehn bis zwanzig Minuten in lauwarmem Wasser einweichen.
Weiche Belohnungen im Training.
Nicht zerren. Zerrspiele sind grundsätzlich gut, aber in dieser Phase ohne Ruck und ohne Kraft – die Zähne sitzen locker.
Und Geduld. Der Welpe ist in diesen Wochen anstrengender, unkonzentrierter und zwickfreudiger. Das ist eine Phase, kein Rückschritt.
Persistierende Milchzähne – der wichtige Punkt
Manchmal fällt ein Milchzahn nicht aus, obwohl der bleibende Zahn schon durchbricht. Dann stehen beide nebeneinander – man spricht von einem persistierenden Milchzahn.
Warum das ein Problem ist:
- Zwischen den beiden Zähnen sammeln sich Futterreste und Bakterien, es entsteht Zahnstein und Zahnfleischentzündung.
- Der bleibende Zahn kann verdrängt werden und schief wachsen. Im ungünstigsten Fall verletzt er später den Gaumen.
- Beides lässt sich nicht von selbst korrigieren.
Am häufigsten betroffen sind die Eckzähne, und am häufigsten betroffen sind kleine Rassen – Yorkshire Terrier, Chihuahua, Zwergspitz, Malteser. In einem kleinen Kiefer ist schlicht zu wenig Platz.
Was du tust: Sieh deinem Welpen ab der 16. Woche etwa alle zwei Wochen ins Maul. Steht ein Milchzahn noch, obwohl der bleibende schon da ist, gehört das zum Tierarzt.
Was dann passiert: Der Milchzahn wird unter Narkose gezogen. Oft lässt sich das mit einem anderen Eingriff kombinieren – etwa der Kastration –, um eine zusätzliche Narkose zu sparen. Besprich das frühzeitig.

Danach: Zahnpflege fürs Leben
Nach dem Zahnwechsel beginnt die eigentliche Aufgabe. Diese 42 Zähne müssen ein Hundeleben halten, und Zahnprobleme gehören zu den häufigsten und teuersten Themen im mittleren Alter.
Zähneputzen ist der einzige wirklich wirksame Weg. Ideal täglich, realistisch mehrmals pro Woche.
So fängst du an:
- Finger mit etwas Hundezahnpasta anbieten – die meisten schmecken nach Fleisch und werden gern genommen.
- Über die Zähne streichen, ohne Bürste. Ein paar Sekunden.
- Fingerling oder weiche Bürste, zunächst nur die Außenseiten der Backenzähne und Eckzähne – dort setzt sich der meiste Zahnstein an.
- Steigern, über Wochen.
Niemals Zahnpasta für Menschen. Sie enthält Stoffe, die Hunde nicht schlucken dürfen – darunter oft Xylit, das für Hunde giftig ist.
Was Zähneputzen nicht ersetzt: Trockenfutter. Der Satz, harte Brocken reinigten die Zähne, stimmt nur sehr eingeschränkt – siehe Welpen Trockenfutter.
Besonders wichtig bei kleinen Rassen. Dort stehen die Zähne eng, Zahnstein setzt sich schneller fest, und Zahnverlust im mittleren Alter ist ohne Pflege die Regel. Eine Zahnsanierung unter Narkose ist teuer – siehe Tierarztkosten.

Zahnwechsel FAQ
Wann beginnt der Zahnwechsel beim Welpen?
Etwa ab der 16. Lebenswoche. Abgeschlossen ist er meist mit sechs bis sieben Monaten.
Wie viele Zähne hat ein Hund?
Ein Welpe 28 Milchzähne, ein erwachsener Hund 42 bleibende Zähne.
Ist es normal, dass mein Welpe im Zahnwechsel weniger frisst?
Ja. Kauen tut weh. Futter einweichen oder Nassfutter geben hilft über diese Wochen.
Was ist ein persistierender Milchzahn?
Ein Milchzahn, der nicht ausfällt, obwohl der bleibende Zahn schon durchbricht. Er muss unter Narkose gezogen werden, sonst entstehen Fehlstellungen und Zahnstein.
Ab wann soll ich Zähne putzen?
Ab der Welpenzeit, zunächst nur zur Gewöhnung. Nach dem Zahnwechsel regelmäßig – und niemals mit Zahnpasta für Menschen.
Zusammenfassung
Der Zahnwechsel dauert von der 16. Woche bis etwa zum siebten Monat und erklärt vieles: mehr Kauen, weniger Appetit, weniger Konzentration. Weiche Kauartikel, gekühlte Gegenstände und eingeweichtes Futter helfen darüber hinweg.
Die eine Sache, die du aktiv prüfen musst, ist der persistierende Milchzahn – alle zwei Wochen ins Maul schauen. Und danach beginnt die Aufgabe, die über die nächsten zehn Jahre entscheidet: regelmäßig Zähne putzen.



