Malteser Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Malteser Welpen – reinweiß und uralt
Der Malteser gehört zu den ältesten Begleithunderassen Europas. Kleine weiße Hunde dieses Typs sind seit der Antike im Mittelmeerraum belegt – auf griechischen Vasen, in römischen Schriften. Mit der Insel Malta hat der Name vermutlich weniger zu tun als mit dem Wort melita für Zufluchtsort.
Was ihn heute ausmacht, ist sein Fell: reinweißes, seidiges Haar ohne Unterwolle, das gerade herabfällt und bis zum Boden wachsen kann. Er ist sanftmütig, verspielt, sehr menschenbezogen und einer der anhänglichsten kleinen Hunde überhaupt.
Und er ist die Rasse, bei der die tägliche Pflege keine Frage der Optik ist, sondern Voraussetzung dafür, dass es dem Hund gut geht.
| Ursprungsland | Mittelmeerraum – Patronat Italien |
| Größe | 21 bis 25 cm (Rüden), 20 bis 23 cm (Hündinnen) |
| Gewicht | 3 bis 4 kg |
| Alter | 12 bis 15 Jahre |
| Fell | lang, seidig, glatt herabfallend – ohne Unterwolle |
| Farbe | reinweiß, ein blasser Elfenbeinton ist zulässig |
| Verwendung | Gesellschafts- und Begleithund |
| Klassifikation F.C.I. | Gruppe 9, Sektion 1 Bichons. Ohne Arbeitsprüfung. |
Tränenrinnen – was hilft und was nicht
Kaum ein Thema beschäftigt Malteser-Halter so sehr wie die rotbraunen Streifen unter den Augen. Bei einem reinweißen Hund fallen sie sofort auf.
Woher sie kommen: Tränenflüssigkeit enthält Porphyrine, eisenhaltige Abbauprodukte. An der Luft und im Licht verfärben sie sich rotbraun. Bei dunkelhaarigen Hunden sieht man das nicht – beim Malteser schon.
Warum sie entstehen: Nicht der Hund weint zu viel. In der Regel fließt die Tränenflüssigkeit nur nicht richtig ab. Ursachen sind meist harmlos, sollten aber einmal geklärt werden:
- Haare, die ins Auge reiben – der häufigste Grund. Die Haare über den Augen gehören gekürzt oder hochgebunden.
- Verengte oder verlegte Tränenkanäle – das kann der Tierarzt prüfen.
- Zahnprobleme, die auf die Tränenwege drücken.
- Allergien oder Reizungen.
Was wirklich hilft: Die Falten trocken halten. Zweimal täglich mit einem weichen, feuchten Tuch reinigen und anschließend gründlich trockentupfen – das ist der Punkt, der zählt. Feuchtigkeit ist das Problem, denn in der dauerfeuchten Falte siedeln sich Hefen und Bakterien an, und erst die machen daraus einen Geruch und eine Entzündung.
Was nicht hilft: Antibiotikahaltige „Wundermittel” aus dem Internet, Hausmittel mit Essig oder Wasserstoffperoxid rund ums Auge, und teure Pulver ohne deklarierte Inhaltsstoffe. Wenn sich Tränenrinnen plötzlich verstärken, gehört das zum Tierarzt – nicht in die Kosmetikabteilung.
Die regelmäßige Fellkontrolle ist hier zugleich die beste Parasitenkontrolle: Welpenfellpflege, Zecken und Flöhe.
Auf einem Blick
- Tränenrinnen entstehen durch schlechten Abfluss, nicht durch „Weinen”
- Haare über den Augen kürzen oder hochbinden
- zweimal täglich reinigen und trockentupfen – Trockenheit ist entscheidend
- plötzliche Verstärkung ist ein Fall für den Tierarzt


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Die Fellpflege ist der Alltag
Wie der Yorkshire Terrier hat der Malteser Haar statt Fell: keine Unterwolle, kein Fellwechsel, kontinuierliches Wachstum. Er haart deshalb praktisch nicht – und braucht dafür jeden Tag Aufmerksamkeit.
Täglich durchkämmen. Feines Seidenhaar ohne Unterwolle verfilzt schnell und schmerzhaft. Kritisch sind die Bereiche hinter den Ohren, unter den Achseln, an der Innenseite der Hinterläufe und rund um die Rute.
Alle sechs bis acht Wochen schneiden. Die meisten Halter wählen einen kurzen Welpenschnitt statt des bodenlangen Ausstellungsfells – das ist kein Qualitätsverlust, sondern schlicht praktisch.
Nach dem Spaziergang kontrollieren. Weißes Haar am Bauch und an den Beinen nimmt Schmutz, Grannen und Kletten bereitwillig mit.
Ein Hinweis zum oft gehörten Versprechen „allergikerfreundlich”: Es gibt keinen Hund, der das verlässlich wäre. Allergien richten sich gegen Eiweiße in Speichel und Hautschuppen, nicht gegen Haare. Wer empfindlich ist, sollte vor der Entscheidung längeren Kontakt zu einem erwachsenen Malteser suchen.
Der Charakter & das Wesen von Malteser Welpen
Der Malteser ist sanft, verspielt, anhänglich und ausgesprochen gutmütig. Er ist weniger draufgängerisch als ein Yorkshire und weniger wachsam als ein Zwergspitz – unter den kleinen Rassen gehört er zu den ausgeglichensten.
Zwei Punkte prägen das Zusammenleben:
Er bleibt ungern allein. Die Bindung an seine Menschen ist eng, und lange Alleinzeiten verträgt er schlecht. Das Alleinbleiben gehört früh und in kleinen Schritten geübt – sonst entsteht ein Hund, der bei jedem Türschließen bellt.
Er wird leicht verwöhnt. Ein 3-Kilo-Hund, der auf dem Arm getragen wird und für den keine Regeln gelten, wird unsicher und laut. Lass ihn laufen, setze freundliche Regeln, und du hast einen entspannten Begleiter.
Sein Bewegungsbedarf ist moderat: eine halbe bis eine Stunde täglich. Er ist erstaunlich lernfreudig und macht bei Tricktraining und Zwerg-Agility gern mit.

Malteser FAQ
Haart der Malteser?
Praktisch nicht. Er hat kein Unterhaar und keinen Fellwechsel – dafür muss täglich gekämmt und alle sechs bis acht Wochen geschnitten werden.
Wie werde ich Tränenrinnen los?
Haare über den Augen kürzen, zweimal täglich reinigen und gründlich trockentupfen. Ursachen wie verlegte Tränenkanäle oder Zahnprobleme einmal abklären lassen.
Ist der Malteser ein guter Familienhund?
Ja, für Familien mit älteren Kindern. Er ist sanft und verspielt, aber sehr zierlich und verträgt grobes Anfassen schlecht.
Kann er allein bleiben?
Nur begrenzt und nur, wenn es früh geübt wurde. Ein Vollzeitjob ohne Betreuung passt nicht zu dieser Rasse.
Was unterscheidet ihn vom Havaneser?
Fell und Temperament. Der Havaneser hat leicht gewelltes Haar in vielen Farben und ist etwas robuster und kinderfreundlicher. Der Malteser ist reinweiß mit glattem Seidenhaar und noch anhänglicher.
Zusammenfassung
Der Malteser ist ein sanfter, verspielter und ausgesprochen menschenbezogener kleiner Hund mit einem Fell, das jeden Tag Aufmerksamkeit braucht. Wer diese zehn Minuten täglich einplant, bekommt einen unkomplizierten Begleiter für zwölf bis fünfzehn Jahre.
Beim Kauf zählen der Gallensäurentest auf einen Lebershunt und die Patella-Untersuchung der Elterntiere. Und im Alltag zählen zwei Dinge: der Kamm und die Gewohnheit, ihn laufen zu lassen statt zu tragen.




