Akita Inu Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Akita Inu Welpen – Japans größter Spitz
Der Akita Inu ist der größte der sechs japanischen Urhunderassen und in seiner Heimat seit 1931 ein Naturdenkmal. Er ist würdevoll, ruhig, tief loyal – und einer der eigenständigsten Hunde überhaupt.
Wer ihn mit dem kleinen Shiba Inu vergleicht, sieht zwar dieselbe Grundform: Stehohren, Ringelrute, dichtes Stockhaar. Der Akita ist aber vier- bis fünfmal so schwer und im Wesen ein anderer Hund – ernsthafter, territorialer und deutlich anspruchsvoller in der Führung.
Das ist der wichtigste Satz dieses Beitrags: Der Akita Inu ist kein Anfängerhund. Wer bei „japanischer Spitz” an einen unkomplizierten Familienhund denkt, wird ihm nicht gerecht.
| Ursprungsland | Japan |
| Größe | bis 67 cm (Rüden), bis 61 cm (Hündinnen) |
| Gewicht | 35 bis 45 kg (Rüden), 32 bis 42 kg (Hündinnen) |
| Alter | 12 bis 15 Jahre |
| Fell | hartes, abstehendes Deckhaar mit dichter, weicher Unterwolle |
| Farbe | rot-falbfarben, sesam, gestromt oder weiß – außer bei Weiß stets mit Urajiro |
| Verwendung | Begleithund |
| Klassifikation F.C.I. | Gruppe 5, Sektion 5 Asiatische Spitze. Ohne Arbeitsprüfung. |
Hachikō – warum jeder diese Rasse kennt
Die bekannteste Geschichte der Rasse handelt von einem Rüden namens Hachikō. Er begleitete seinen Menschen, einen Professor, jeden Morgen zum Bahnhof Shibuya in Tokio und holte ihn abends wieder ab.
Als der Professor 1925 im Dienst starb und nicht zurückkam, ging Hachikō weiter zum Bahnhof. Jeden Tag, zur gewohnten Zeit – neun Jahre lang, bis zu seinem eigenen Tod 1935.
Vor dem Bahnhof Shibuya steht bis heute eine Bronzestatue an seiner Stelle. Die Geschichte ist in Japan Allgemeingut und hat das Bild der Rasse weltweit geprägt: Treue, die nicht verhandelt.
Für den Alltag heißt das weniger romantisch: Ein Akita bindet sich eng an seine Menschen – und ordnet den Rest der Welt diesem Kreis nach.
Auf einem Blick
- größter der sechs japanischen Urhunderassen, seit 1931 Naturdenkmal
- eng an die eigene Familie gebunden, Fremden gegenüber reserviert
- eigenständig, entscheidungsfreudig, wenig auf Gehorsam ausgelegt
- klar getrennt vom Amerikanischen Akita – das sind zwei Rassen
Akita Inu und Amerikanischer Akita sind nicht dasselbe
Ein Punkt, über den beim Kauf viel Verwirrung herrscht: Seit 1999 führt die FCI zwei getrennte Rassen.
Der Akita Inu ist der japanische Typ: fuchsartiger, feiner im Kopf, leichter, in den vier oben genannten Farben.
Der Amerikanische Akita – früher „Großer Japanischer Hund” – ist schwerer, bärenartiger im Kopf, massiger gebaut und in allen Farben zugelassen, auch mit schwarzer Maske. Die schwarze Maske ist beim japanischen Akita ausdrücklich ein Ausschlussgrund.
Wenn du einen Welpen suchst, achte darauf, welche der beiden Rassen in den Papieren steht. Sie unterscheiden sich in Größe, Aussehen und in Nuancen auch im Wesen.
Urajiro – das Merkmal, an dem du den japanischen Typ erkennst
Urajiro bezeichnet die cremeweiße Färbung an bestimmten Stellen: an den Seiten des Fangs, an den Wangen, an Unterkiefer und Hals, an Brust und Bauch, an der Unterseite der Rute und an den Innenseiten der Läufe.
Beim Akita Inu ist Urajiro vorgeschrieben – bei allen Farben außer Weiß. Fehlt es, entspricht der Hund nicht dem japanischen Standard.
Das ist keine Schönheitsfrage für Ausstellungen, sondern ein nützliches Erkennungszeichen: Ein rot-falbfarbener Hund ohne helle Wangen und ohne helle Bauchseite ist mit einiger Wahrscheinlichkeit kein reinrassiger Akita Inu.


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Der Charakter & das Wesen von Akita Inu Welpen
Der Akita ist ruhig, gelassen und in der Wohnung ausgesprochen unauffällig. Er bellt wenig. Er drängt sich nicht auf. Er beobachtet.
Diese Ruhe täuscht über vier Eigenschaften hinweg, die den Alltag bestimmen:
Er entscheidet selbst. Der Akita wurde nicht auf Gehorsam gezüchtet, sondern auf eigenständiges Arbeiten. Er versteht eine Aufforderung sofort – und wägt dann ab, ob er ihr folgt. Wer Gehorsam erzwingen will, verliert. Wer mit ihm arbeitet, kommt weit.
Er ist territorial. Fremde auf dem eigenen Grundstück werden ernst genommen. Das macht ihn zu einem zuverlässigen Wachhund und zu einem, der frühe, gründliche Sozialisierung braucht: viele Menschen, viele Situationen, alles in Ruhe und ohne Überforderung.
Er verträgt sich schlecht mit gleichgeschlechtlichen Hunden. Das ist rassetypisch und lässt sich nicht wegtrainieren, nur managen. Zwei Rüden oder zwei Hündinnen im selben Haushalt sind beim Akita eine schlechte Idee.
Er hat Jagdtrieb. Der Akita wurde ursprünglich auf Großwild angesetzt. Ein sicherer Rückruf ist bei dieser Rasse schwer zu erarbeiten – rechne mit Freilaufflächen und Schleppleine, nicht mit einem Hund, der überall abgeleint laufen kann.
Sein Bewegungsbedarf ist dabei moderat: ein bis zwei Stunden ruhiges Gehen am Tag genügen. Was er nicht braucht, ist Hundesport mit Dauerwiederholung – das langweilt ihn binnen Minuten.
Gesundheit
Der Akita ist grundsätzlich robust und wird mit 12 bis 15 Jahren für seine Größe bemerkenswert alt. Drei Themen solltest du trotzdem kennen:
Hauterkrankungen. Die Sebadenitis, eine Entzündung der Talgdrüsen, tritt beim Akita rassetypisch häufig auf. Sie zeigt sich durch schuppige, haarlose Stellen, meist zuerst am Kopf und entlang des Rückens. Sie ist behandelbar, aber chronisch.
Autoimmunerkrankungen. Der Akita neigt stärker als andere Rassen zu Erkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet – darunter das uveodermatologische Syndrom, das Augen und Pigmentierung betrifft. Plötzliche Augenentzündungen oder auffälliges Aufhellen der Nase gehören zügig abgeklärt.
Magendrehung. Wie bei allen großen Hunden mit tiefem Brustkorb: zwei bis drei kleinere Mahlzeiten statt einer großen, danach eine Stunde Ruhe. Aufgeblähter, harter Bauch mit erfolglosem Würgen ist ein Notfall.
Frag beim Züchter außerdem nach HD- und ED-Befunden und nach Augenuntersuchungen der Elterntiere.
Gerade bei einer so großen Rasse ist die Wachstumsgeschwindigkeit ein eigenes Thema: Wächst mein Welpe richtig?.
Fellpflege
Das doppelte Stockhaar ist im Alltag unkompliziert: einmal wöchentlich bürsten genügt. Zweimal im Jahr steht dafür ein Fellwechsel an, der es in sich hat – über zwei bis drei Wochen verliert der Akita seine komplette Unterwolle in Büscheln. In dieser Zeit hilft nur tägliches Auskämmen.
Baden ist selten nötig. Der Akita ist ausgesprochen reinlich und putzt sich ähnlich gründlich wie eine Katze.
Akita Inu FAQ
Ist der Akita Inu ein Familienhund?
Innerhalb der eigenen Familie ja – er ist ruhig, anhänglich und geduldig. Kinder müssen allerdings lernen, ihn nicht zu bedrängen, und Besuchskinder gehören nicht unbeaufsichtigt mit ihm zusammen.
Wie viel Bewegung braucht er?
Ein bis zwei Stunden ruhiges Gehen täglich. Er ist kein Sporthund, aber auch kein Sofahund.
Kann man einen Akita frei laufen lassen?
Nur auf gesichertem Gelände. Der Jagdtrieb ist ausgeprägt und der Rückruf schwer zuverlässig zu machen. Eine Schleppleine ist bei dieser Rasse die Regel, nicht die Ausnahme.
Verträgt sich der Akita mit anderen Hunden?
Mit gleichgeschlechtlichen Hunden oft schlecht. Gemischtgeschlechtliche Konstellationen funktionieren eher. Frühe Sozialisierung hilft, hebt die Rassedisposition aber nicht auf.
Was ist der Unterschied zum Shiba Inu?
Größe und Ernst. Der Shiba Inu wiegt 8 bis 10 Kilogramm und ist ein flinker Kleinwildjäger, der Akita 35 bis 45 Kilogramm und ein territorialer Wächter. Die Eigenständigkeit teilen sich beide.
Zusammenfassung
Der Akita Inu ist ein würdevoller, ruhiger und außergewöhnlich loyaler Hund – und gleichzeitig einer der eigenständigsten, die man halten kann. Er gehorcht nicht, er kooperiert. Er bewacht, statt zu begrüßen. Und er entscheidet beim Rückruf selbst.
Wer das will, bekommt einen beeindruckenden Begleiter für zwölf bis fünfzehn Jahre. Wer einen unkomplizierten Familienhund sucht, sollte sich eine andere Rasse ansehen – die Enttäuschung ginge sonst auf Kosten des Hundes.




