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Shiba Inu Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Shiba Inu Welpen
Shiba Inu Welpe in Händen

Shiba Inu Welpen – klein, schlau und mit eigenem Kopf

Der Shiba Inu ist der kleinste der sechs japanischen Urhunderassen und seit 1936 Naturdenkmal seiner Heimat. Er ist kompakt, muskulös, ausgesprochen sauber – und er hat einen Ruf, der ihm vorauseilt.

Dieser Ruf lautet: Ein Shiba macht, was er will.

Das stimmt nicht ganz, aber es stimmt genug, dass man es vor dem Kauf wissen sollte. Der Shiba ist kein kleiner, unkomplizierter Begleithund im Fuchspelz. Er ist ein eigenständiger Jagdhund im Kleinformat, und das prägt fast alles, was du mit ihm erlebst.

UrsprungslandJapan
Größebis 39,5 cm (Rüden), bis 36,5 cm (Hündinnen)
Gewicht8 bis 10 kg (Rüden), 7 bis 9 kg (Hündinnen)
Alter12 bis 15 Jahre
Fellhartes, gerades Deckhaar mit dichter, weicher Unterwolle
Farberot, schwarz-loh oder sesam – stets mit Urajiro
VerwendungJagdhund für Vögel und Kleinwild, Begleithund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 5, Sektion 5 Asiatische Spitze. Ohne Arbeitsprüfung.

Der Rückruf ist das Thema

Wenn es eine Sache gibt, die Shiba-Halter einhellig berichten, dann diese: Der Rückruf ist bei dieser Rasse schwer zu erarbeiten und selten hundertprozentig.

Der Grund liegt in der Zuchtgeschichte. Der Shiba wurde für die Jagd auf Vögel und Kleinwild in unwegsamem Bergland eingesetzt – allein, außer Sichtweite, ohne ständige Rückmeldung. Ein Hund, der dabei alle zwei Minuten zum Menschen zurückkommt, ist für diese Arbeit nutzlos.

Genau diese Selbstständigkeit steckt noch in ihm. Kommt ein Reiz – ein Vogel, eine Katze, ein Kaninchen –, wird er nicht abwägen. Er wird laufen.

Was daraus folgt:

Das ist kein Erziehungsfehler und kein Zeichen mangelnder Bindung. Es ist die Rasse.

Shiba Inu Junghund im Sonnenuntergang
Der Shiba wurde für die selbstständige Jagd im Bergland gezüchtet – das prägt seinen Rückruf bis heute.

Auf einem Blick

Der Shiba-Schrei

Eine Eigenart, die es so bei kaum einer anderen Rasse gibt: Wenn ein Shiba etwas überhaupt nicht will – Krallen schneiden, festgehalten werden, ein Bad –, bellt er nicht. Er schreit.

Der Laut ist hoch, durchdringend und klingt beunruhigend nach Schmerz, obwohl nichts wehtut. Tierärzte kennen ihn, Nachbarn oft nicht.

Praktisch heißt das: Gewöhne deinen Welpen von Anfang an in kleinen, ruhigen Schritten an alles, was später nötig ist – Pfoten anfassen, Ohren ansehen, Zähne kontrollieren, Bürste, Transportbox. Wer damit wartet, bis es das erste Mal dringend ist, hat den Schrei und danach einen Hund, der die Prozedur für immer mit Panik verbindet.

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Beinahe ausgestorben

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Shiba vor dem Aus. Bombardierungen und eine Staupe-Epidemie hatten die Bestände fast vollständig vernichtet.

Was übrig blieb, waren wenige Hunde aus drei abgelegenen Regionen – den Linien Shinshu, Mino und San’in. Aus diesem schmalen Bestand wurde die heutige Rasse wieder aufgebaut.

Für dich als Käufer ist das kein historisches Detail, sondern ein Grund, auf die Zuchtpapiere zu schauen. Eine Rasse mit schmaler genetischer Grundlage braucht Züchter, die auf Vielfalt und Gesundheitsbefunde achten, statt auf Optik zu selektieren.

Der Charakter & das Wesen von Shiba Inu Welpen

Der Shiba ist aufgeweckt, wachsam und ausgesprochen sauber. Er putzt sich wie eine Katze, meidet Pfützen und ist meist ausgesprochen schnell stubenrein.

Seine Art, mit Menschen umzugehen, ist zurückhaltender als bei den meisten Rassen. Er ist seiner Familie zugetan, aber nicht anhänglich im Sinne eines Retrievers. Er liegt lieber im selben Raum als auf dem Schoß. Fremden gegenüber ist er höflich distanziert.

Zwei Punkte für die Erziehung:

Er lässt sich nicht zwingen. Der Shiba ist intelligent und lernt schnell – aber nur, wenn er einen Vorteil darin sieht. Körperliche Einwirkung oder lautes Schimpfen erzeugen bei ihm Widerstand, keine Kooperation. Mit guter Belohnung und Geduld erreichst du erstaunlich viel.

Er mag kein Festhalten. Ein Shiba, der hochgehoben oder festgeklemmt wird, wehrt sich. Übe stattdessen, dass er freiwillig kommt und freiwillig stillhält – das ist mehr Arbeit und hält ein Leben lang.

Sein Bewegungsbedarf liegt bei etwa einer Stunde täglich. Wichtiger als die Strecke ist die Nasenarbeit: Suchspiele lasten ihn deutlich besser aus als reines Laufen.

Ausgewachsener Shiba Inu auf dem Rasen
Katzenhaft sauber und zurückhaltend – der Shiba sucht Nähe, aber selten den Schoß.

Gesundheit und Fellpflege

Neben den drei genannten Punkten sind Allergien und Hautprobleme das häufigste Thema in der Praxis. Juckreiz, wunde Pfoten und wiederkehrende Ohrentzündungen sollten früh abgeklärt werden, statt sie über Jahre zu behandeln.

Ansonsten ist der Shiba robust und wird mit 12 bis 15 Jahren alt.

Die Fellpflege ist im Alltag minimal: einmal die Woche bürsten. Zweimal im Jahr wirft er dafür seine komplette Unterwolle ab, und dann fällt bei einem 8-Kilo-Hund überraschend viel an. In diesen zwei bis drei Wochen hilft tägliches Auskämmen.

Baden ist fast nie nötig – er hält sich selbst sauber, und das Fell stößt Schmutz gut ab.

Neben der Fellpflege laufen die Routinen jedes ersten Jahres: Welpen impfen und Welpen entwurmen.

Shiba Inu FAQ

Ist der Shiba Inu ein Anfängerhund?

Eher nicht. Er ist klein und pflegeleicht, aber eigenwillig, jagdlich motiviert und nicht über Gehorsam zu führen. Wer bereit ist, geduldig und ohne Zwang zu arbeiten und mit Schleppleine zu leben, kommt gut zurecht.

Kann man einen Shiba ableinen?

Auf eingezäuntem Gelände ja, im freien Feld oder Wald nur auf eigenes Risiko. Der Jagdtrieb setzt sich in der Regel gegen den Rückruf durch.

Passt er zu Kindern?

Zu ruhigen, älteren Kindern ja. Er mag kein Bedrängen und kein Festhalten – Kinder müssen lernen, ihn in Ruhe zu lassen, wenn er sich zurückzieht.

Haart der Shiba Inu stark?

Im Alltag wenig, im Fellwechsel sehr stark. Zweimal im Jahr über zwei bis drei Wochen verliert er seine komplette Unterwolle.

Was ist der Unterschied zum Akita Inu?

Vor allem Größe und Ernst. Der Akita Inu wiegt 35 bis 45 Kilogramm, ist territorial und ein ausgesprochener Wachhund. Der Shiba wiegt 8 bis 10 Kilogramm und ist ein flinker Kleinwildjäger. Eigenständig sind beide.

Zusammenfassung

Der Shiba Inu ist ein kleiner, sauberer, kluger Hund mit dem Kopf eines selbstständigen Jägers. Er ist pflegeleicht, wohnungstauglich und wird alt – und er wird dir nie den Gefallen tun, aus dem Feld zurückzukommen, nur weil du rufst.

Wer das akzeptiert, die Schleppleine als Normalfall einplant und auf Zwang verzichtet, bekommt einen erstaunlich angenehmen Begleiter. Wer einen kleinen Hund sucht, der überall frei mitlaufen kann, ist bei ihm falsch.