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Havaneser Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Havaneser Welpen
Schwarz weißer Havaneser Welpe mit Ball

Havaneser Welpen – Kubas einziger Nationalhund

Der Havaneser ist die einzige originäre Hunderasse Kubas. Seine Vorfahren kamen mit spanischen Siedlern auf die Insel – kleine weiße Bichons aus dem westlichen Mittelmeerraum, wie sie auch beim Malteser am Anfang stehen. Auf Kuba entwickelten sie sich weiter: farbiger, etwas kräftiger und mit gewelltem statt glattem Haar.

Nach der kubanischen Revolution stand die Rasse vor dem Aus. Was sie gerettet hat, waren wenige Hunde, die mit Exilkubanern in die USA gelangten. Aus diesem schmalen Bestand wurde die heutige Population aufgebaut.

Unter den kleinen Begleithunden ist er der geselligste: der mit dem ausgeglichensten Wesen, der geringsten Bellfreude und der größten Geduld mit Kindern.

Ursprungslandwestlicher Mittelmeerraum – Patronat Kuba
Größe23 bis 27 cm
Gewicht3,5 bis 6 kg
Alter13 bis 15 Jahre
Felllang, weich, glatt oder gewellt – ohne oder mit wenig Unterwolle
Farbealle Farben, häufig falbfarben, schwarz, havannabraun, auch gescheckt
VerwendungGesellschafts- und Begleithund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 9, Sektion 1 Bichons. Ohne Arbeitsprüfung.

Der ausgeglichenste unter den Kleinen

Wer einen kleinen Hund sucht und mit dem Ruf der Rasse hadert – Kläffen, Zickigkeit, Unverträglichkeit –, sollte sich den Havaneser ansehen. Er bringt genau die Eigenschaften mit, die bei anderen Zwergrassen erarbeitet werden müssen:

Er bellt wenig. Er meldet, aber ohne die Dauerbereitschaft eines Zwergspitzes. Die Wachsamkeit ist vorhanden, der Hang zur Eskalation fehlt.

Er ist kinderfreundlich. Mit 3,5 bis 6 Kilogramm ist er der kräftigste der kleinen Bichons und damit robuster im Umgang. Er ist geduldig, verspielt und nimmt kindliche Ungeschicklichkeit selten krumm – innerhalb vernünftiger Grenzen.

Er ist sozialverträglich. Mit anderen Hunden kommt er in der Regel gut aus, ohne sich zu überschätzen.

Er ist lernfreudig. Der Havaneser wurde früher gern als Zirkushund eingesetzt, und das merkt man: Tricks, Dogdancing und Zwerg-Agility liegen ihm ausgesprochen gut.

Sein Temperament bleibt dabei lebhaft – das ist kein Sofahund. Er will mit, er will mitmachen, und er will vor allem dabei sein.

Auf einem Blick

Ausgewachsener Havaneser im Schnee
Weiches, leicht gewelltes Haar in allen Farben – der farbige Gegenentwurf zum reinweißen Malteser.

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Die Fellpflege

Das lange, weiche Haar des Havanesers ist leicht gewellt und hat kaum Unterwolle. Er haart entsprechend wenig – und braucht dafür regelmäßige Arbeit.

Zwei- bis dreimal wöchentlich gründlich durchkämmen, in der Zeit des Haarwechsels vom Welpen- zum Erwachsenenhaar täglich. Dieser Übergang – meist zwischen dem achten und vierzehnten Lebensmonat – ist die filzanfälligste Phase im Leben dieser Rasse. Wer sie unterschätzt, hat am Ende Matten, die nur noch herausgeschnitten werden können.

Kritische Stellen sind wie bei allen langhaarigen Kleinen die Bereiche hinter den Ohren, unter den Achseln und an den Hinterläufen.

Geschnitten werden muss er nicht – im Gegensatz zu Malteser und Yorkshire wächst sein Haar nicht endlos weiter. Viele Halter kürzen es trotzdem aus praktischen Gründen, besonders an Pfoten, Augen und Bauch.

Die Augen gehören freigehalten: Haare, die ins Auge reiben, sind die häufigste Ursache für Tränenrinnen und Reizungen.

Der Charakter & das Wesen von Havaneser Welpen

Der Havaneser ist fröhlich, gesellig, anhänglich und ausgesprochen anpassungsfähig. Er passt sich dem Tempo seiner Familie an – ruhig, wenn es ruhig ist, und sofort bereit, wenn etwas los ist.

Was er braucht, ist Anschluss. Er ist ein Hund für Haushalte, in denen jemand da ist. Lange Alleinzeiten verträgt er schlecht; das Alleinbleiben gehört früh geübt.

Was er nicht braucht, ist Härte. Er ist sensibel für Stimmungen und arbeitet ausgezeichnet über Belohnung. Schimpfen bringt bei ihm gar nichts.

Sein Bewegungsbedarf liegt bei etwa einer Stunde täglich. Wichtiger als die Strecke ist Abwechslung – Suchspiele, Tricks, neue Wege. Er langweilt sich bei Routine.

Und noch ein praktischer Punkt: Der Havaneser ist erstaunlich wetterfest. Er geht bei Regen mit, wälzt sich im Schnee und braucht im Gegensatz zum Chihuahua selten einen Mantel.

Havaneser Welpe mit leerem Futternapf
Er passt sich dem Tempo seiner Familie an – braucht dafür aber Anschluss.

Gesundheit

Der Havaneser gilt als robuste Rasse und wird mit 13 bis 15 Jahren alt. Die Themen, die dazugehören, sind die der kleinen Rassen allgemein:

Patellaluxation – die Kniescheibe springt aus der Führung, erkennbar am kurzen Hochnehmen eines Hinterbeins im Laufen.

Zähne – im kleinen Kiefer setzt sich Zahnstein schnell fest. Zahnpflege gehört von Anfang an zum Alltag.

Augen – Katarakt und Netzhauterkrankungen kommen vor, dazu Reizungen durch Haare im Auge.

Gewicht – bei einem 5-Kilo-Hund sind 500 Gramm bereits zehn Prozent. Rechne Leckerli von der Tagesration ab; mehr dazu im Beitrag zur Futtermenge für Welpen.

Bei diesem Fell lohnt ein fester Pflegerhythmus von Anfang an: Welpenfellpflege.

Havaneser FAQ

Bellt der Havaneser viel?

Deutlich weniger als die meisten kleinen Rassen. Er meldet, neigt aber nicht zum Dauerbellen.

Ist der Havaneser ein Familienhund?

Ja, einer der besten unter den Kleinen. Er ist geduldig, verspielt und mit 3,5 bis 6 Kilogramm robuster als Malteser oder Yorkshire.

Wie viel Fellpflege braucht er?

Zwei- bis dreimal wöchentlich kämmen, im Haarwechsel zwischen dem achten und vierzehnten Monat täglich. Schneiden ist nicht nötig, aber praktisch.

Kann er allein bleiben?

Nur begrenzt. Er ist sehr auf Anschluss angewiesen und sollte nicht stundenlang allein sein.

Was unterscheidet ihn vom Malteser?

Der Malteser ist reinweiß, zierlicher und hat glattes Seidenhaar, das geschnitten werden muss. Der Havaneser ist farbig, leicht gewellt, etwas kräftiger, wetterfester und kinderfreundlicher.

Zusammenfassung

Der Havaneser ist der unkomplizierteste unter den kleinen Begleithunden: fröhlich, gesellig, wetterfest, lernfreudig und mit einer Bellfreude, die den Namen kaum verdient. Wer einen kleinen Familienhund sucht, der auch mit Kindern gut zurechtkommt, findet hier die naheliegendste Wahl.

Einplanen musst du zweierlei: den Kamm, zwei- bis dreimal die Woche und im Haarwechsel täglich – und einen Alltag, in dem er nicht stundenlang allein ist.