Samojede Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen
Samojede Welpen – hinter dem Lächeln steckt ein Arbeitshund
Die nach oben gezogenen Mundwinkel haben ihm den Beinamen „Sammy-Smile“ eingebracht, und sie hatten einen Zweck: Sie verhindern, dass der Speichel in der Kälte gefriert und die Haut wund scheuert.
Das ist typisch für diese Rasse – sie sieht aus wie ein Plüschtier und ist ein sibirischer Arbeitshund. Die Samojeden nutzten ihn zum Ziehen von Schlitten, zum Hüten von Rentieren und als lebende Wärmflasche in der Nacht.
Aus dieser Nähe zum Menschen stammt seine Freundlichkeit gegenüber jedem – und daraus folgt auch, dass er als Wachhund unbrauchbar ist. Ein Samojede bellt zwar, aber er würde den Einbrecher begrüßen.
| Ursprungsland | Russland, Sibirien |
| Schulterhöhe | Rüden 54 bis 60 cm, Hündinnen 50 bis 56 cm |
| Gewicht | 17 bis 30 kg |
| Alter | 12 bis 14 Jahre |
| Fell | lang, dichte Unterwolle, weiß bis cremefarben |
| Verwendung | Schlitten- und Hütehund, heute Familienhund |
Der Charakter & das Wesen von Samojede Welpen
Freundlich, verspielt, gesellig – und eigenständig. Ein Samojede arbeitet gern mit, aber er fragt nicht um Erlaubnis. Schlittenhunde mussten selbst entscheiden, wo der Weg sicher ist, und das steckt noch drin.
Er ist laut. Samojeden bellen, jaulen und „reden“ – ausgiebig. In einer hellhörigen Wohnung wird das zum Problem, und wegerziehen lässt es sich nicht, nur eingrenzen.
Er läuft weg. Der Bewegungsdrang ist groß, die Bindung an den Menschen stark, aber nicht stark genug gegen einen interessanten Geruch. Freilauf ohne zuverlässigen Rückruf ist bei dieser Rasse riskant, und ein sicher eingezäunter Garten gehört zur Grundausstattung.
Erziehung braucht Geduld und Humor. Härte führt bei ihm zu Verweigerung, nicht zu Gehorsam.
Auf einem Blick
- Arbeitshund im Plüschtierfell, kein Anfängerhund
- sehr freundlich, deshalb als Wachhund ungeeignet
- lautfreudig – das ist rassetypisch, nicht erziehbar
- hoher Bewegungsbedarf, Neigung zum Weglaufen
- der Fellwechsel ist zweimal jährlich erheblich
- nicht hypoallergen, trotz des Fells
Die Pflege und Haltung eines Samojede Welpen
Das Fell ist der größte Aufwand dieser Rasse. Zwei- bis dreimal wöchentlich bürsten, im Fellwechsel täglich – und der Fellwechsel dauert Wochen. Wer Hundehaare in der Wohnung nicht erträgt, sollte diese Rasse meiden.
Geschoren wird nicht. Das doppelte Fell schützt im Winter vor Kälte und im Sommer vor Hitze; wird es abgenommen, wächst es oft nicht richtig nach.
Hitze ist sein Feind. Ein Samojede im deutschen Hochsommer ist ein Hund mit Winterjacke. Spaziergänge gehören in die kühlen Tageszeiten, und ein schattiger, kühler Platz ist Pflicht – siehe Hitzschlag beim Welpen.
Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse
Hereditäre Samojeden-Glomerulopathie. Eine erbliche Nierenerkrankung, die diese Rasse betrifft und vor allem Rüden schwer trifft. Erste Anzeichen können bereits ab etwa drei Monaten auftreten; in schweren Fällen sterben betroffene Hunde im ersten oder zweiten Lebensjahr. Ein genetischer Test steht bislang nicht zur Verfügung – umso wichtiger ist die Frage nach der Vorgeschichte der Zuchtlinie.
Weiter kommen vor:
- Hüftdysplasie
- Progressive Retinaatrophie (PRA) und juveniler Katarakt
- Schilddrüsenunterfunktion
- Diabetes mellitus, häufiger als bei anderen Rassen
Beim Züchter gehören HD-Befunde, Augenuntersuchungen und Fragen nach Nierenerkrankungen in der Linie zum Gespräch.
Und wie ist es mit der Familientauglichkeit und Kindern?
Gut. Der Samojede ist geduldig, verspielt und robust genug für Kinder. Er ist kein Hund, der schnell reizbar wird.
Die Einschränkung liegt woanders: Er braucht sehr viel Bewegung, und er ist laut. Eine Familie, die ihn zwei Stunden täglich draußen beschäftigen kann und in einem freistehenden Haus wohnt, wird glücklich mit ihm. Eine Familie in einer Etagenwohnung mit vollen Terminkalendern eher nicht.
Samojede FAQ
Ist ein Samojede hypoallergen?
Nein. Das ist ein hartnäckiger Irrtum. Er haart stark und bildet Hautschuppen – beides sind die üblichen Allergieauslöser.
Wie viel Bewegung braucht er?
Als erwachsener Hund mindestens zwei Stunden täglich, gern mit Zugarbeit oder längeren Touren. Als Welpe deutlich weniger, siehe Wie lange Gassi mit Welpen.
Kann er allein bleiben?
Nur kurz und nur nach gutem Aufbau. Er ist gesellig und neigt dazu, Langeweile lautstark zu äußern.
Verträgt er Sommerhitze?
Schlecht. Er ist für minus vierzig Grad gezüchtet, nicht für dreißig plus.
Zusammenfassung
Der Samojede ist ein sibirischer Arbeitshund im weißen Fell: freundlich zu jedem, eigenständig im Kopf, laut und bewegungsfreudig. Gesundheitlich ist die Samojeden-Glomerulopathie das Hauptthema – eine erbliche Nierenerkrankung, die vor allem Rüden früh treffen kann und für die es keinen Gentest gibt. Wer viel Zeit, kühles Wetter und Geduld für Fellpflege mitbringt, bekommt einen fröhlichen Begleiter. Wer einen ruhigen Wohnungshund sucht, ist bei ihm falsch.



