Welpen impfen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Warum ein Welpe mehrfach geimpft wird
Die häufigste Frage beim ersten Tierarztbesuch lautet: Warum reicht nicht eine Spritze?
Die Antwort liegt bei der Mutter. Über die erste Milch, das Kolostrum, bekommt ein Welpe Abwehrstoffe mit, die ihn in den ersten Lebenswochen schützen. Diese mütterlichen Antikörper haben allerdings eine Nebenwirkung: Sie machen auch den Impfstoff unwirksam.
Wann dieser Schutz abgebaut ist, schwankt von Welpe zu Welpe – zwischen etwa der achten und sechzehnten Lebenswoche. Niemand kann das im Einzelfall vorhersagen.
Deshalb wird mehrfach geimpft: Damit mindestens eine Impfung in das Fenster fällt, in dem der mütterliche Schutz weg und der Welpe empfänglich ist.
Wo die Impftermine in der übrigen Entwicklung liegen, zeigt Welpenentwicklung Woche für Woche.
Auf einem Blick
- mehrere Termine, weil mütterliche Antikörper Impfungen blockieren
- der übliche Plan liegt bei 8, 12 und 16 Wochen, dazu mit 15 Monaten
- Tollwut ist frühestens ab zwölf Wochen möglich
- in der Zeit dazwischen ist der Welpe nicht sicher geschützt
Der übliche Impfplan
Die Grundimmunisierung folgt in Deutschland meist diesem Muster – dein Tierarzt legt den konkreten Plan fest:
| Alter | üblicherweise |
| 8 Wochen | Staupe, Hepatitis (HCC), Parvovirose, Leptospirose |
| 12 Wochen | dieselben plus Tollwut |
| 16 Wochen | Staupe, HCC, Parvovirose, ggf. Tollwut |
| 15 Monate | Abschluss der Grundimmunisierung |
Der Termin mit 15 Monaten wird am häufigsten vergessen – und er gehört zur Grundimmunisierung dazu. Ohne ihn ist die Immunisierung nicht abgeschlossen.
Die erste Impfung hat meist schon der Züchter machen lassen. Sie steht im Impfpass; nimm ihn zum ersten Tierarztbesuch mit.
Wichtig: Verpasste Anschlusstermine können dazu führen, dass Teile von vorn begonnen werden müssen. Trag die Termine ein, sobald du sie hast.


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Gegen was geimpft wird
Staupe. Eine Viruserkrankung, die Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem befällt. Bei Welpen verläuft sie häufig tödlich, Überlebende behalten oft bleibende Schäden.
Hepatitis contagiosa canis (HCC). Eine Leberentzündung durch Adenoviren, die bei jungen Hunden schwer verläuft.
Parvovirose. Die gefürchtetste Welpenerkrankung: schwerster blutiger Durchfall mit rascher Austrocknung. Das Virus ist außerordentlich widerstandsfähig und überlebt in der Umgebung lange. Ohne intensive Behandlung sterben viele betroffene Welpen.
Leptospirose. Eine bakterielle Erkrankung, die über Nagetierurin und stehende Gewässer übertragen wird und Nieren und Leber schädigt. Sie ist auf den Menschen übertragbar. Der Schutz hält kürzer als bei den Virusimpfungen – hier wird jährlich aufgefrischt.
Tollwut. In Deutschland bei Wildtieren getilgt, aber nach wie vor relevant: Für Reisen ins Ausland ist die Impfung Pflicht, und sie ist frühestens ab zwölf Wochen möglich. Der Schutz gilt erst 21 Tage später – daraus ergibt sich, dass ein Welpe erst mit 15 Wochen über eine EU-Grenze darf, siehe Hundewelpen kaufen.
Zusätzlich möglich, je nach Lebensumständen: Zwingerhusten – sinnvoll bei Hundepension, Hundetagesstätte, Hundeschule oder Ausstellungen –, Borreliose und bei Reisen in den Süden Leishmaniose. Diese Impfungen sind keine Pflichtprogramme, sondern werden nach Risiko entschieden. Besprich das mit deinem Tierarzt.
Parallel zu den Impfterminen läuft die Entwurmung, die einem eigenen Rhythmus folgt: Welpen entwurmen.
Nach der Grundimmunisierung
Staupe, HCC und Parvovirose werden nach Abschluss üblicherweise in mehrjährigen Abständen aufgefrischt – häufig alle drei Jahre.
Leptospirose wird jährlich aufgefrischt, weil der Schutz kürzer hält.
Tollwut richtet sich nach dem verwendeten Impfstoff; die Gültigkeit steht im Impfpass. Für Auslandsreisen zählt ausschließlich dieser Eintrag.
Die jährliche Kontrolle lohnt unabhängig davon: Der Tierarzt sieht sich den Hund an, kontrolliert Zähne, Gewicht und Herz. Das ist oft wertvoller als die Impfung selbst – gerade bei Rassen mit rassetypischer Vorsorge.
Nach dem Impftermin
Leichte Müdigkeit am Impftag ist normal, ebenso eine kleine Schwellung an der Einstichstelle.
Was an diesem Tag gut tut: Ruhe. Kein Hundesport, kein langer Spaziergang, kein Baden.
Zum Tierarzt gehört es bei: anhaltender Teilnahmslosigkeit über den Folgetag hinaus, Erbrechen, Durchfall, Schwellungen im Gesicht oder Atemproblemen. Impfreaktionen dieser Art sind selten, aber sie kommen vor.
Welpen impfen FAQ
Warum muss ein Welpe mehrfach geimpft werden?
Weil mütterliche Antikörper eine Impfung unwirksam machen können und niemand vorhersagen kann, wann dieser Schutz nachlässt.
Wann ist mein Welpe vollständig geschützt?
Erst nach Abschluss der Grundimmunisierung, zu der auch der oft vergessene Termin mit etwa 15 Monaten gehört.
Darf mein Welpe vor der letzten Impfung raus?
Ja – und er soll auch. Meide nur Orte mit vielen fremden Hunden unklaren Impfstatus. Warum das Abwarten das größere Risiko ist, steht unter Prägephase und Sozialisierung.
Ab wann ist die Tollwutimpfung möglich?
Frühestens mit zwölf Wochen. Der Schutz gilt 21 Tage später.
Wie oft muss aufgefrischt werden?
Staupe, HCC und Parvovirose meist alle drei Jahre, Leptospirose jährlich, Tollwut nach Impfstoff. Den Plan legt dein Tierarzt fest.
Zusammenfassung
Ein Welpe wird mehrfach geimpft, weil der mütterliche Schutz unberechenbar nachlässt – und der Termin mit etwa 15 Monaten gehört dazu, auch wenn er am häufigsten vergessen wird.
In der Zeit dazwischen gilt eine Abwägung: Meide Orte mit vielen fremden Hunden, aber lass die Sozialisierung nicht ausfallen. Sie endet mit etwa sechzehn Wochen und kommt nicht wieder.




