Das neue Zuhause hundegerecht gestalten
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Die Wohnung welpensicher machen – der Rundgang auf Knien
Die wirksamste Vorbereitung dauert zwanzig Minuten und kostet nichts: Geh durch jeden Raum, in den dein Welpe kommen wird – auf Knien.
Aus dieser Perspektive siehst du, was er sieht: das Kabel hinter dem Sideboard, den Sockel der Zimmerpflanze, die Steckdosenleiste am Boden, das Spielzeugauto unter dem Sofa. Alles, was auf Welpenhöhe liegt, kommt ins Maul.
Auf einem Blick
- Rundgang auf Knien, Raum für Raum – vor dem Einzug
- zwei Ruheplätze: einer im Geschehen, einer zum ungestörten Rückzug
- viele gängige Zimmerpflanzen sind giftig
- Treppen und Balkon sind die beiden größten Unfallquellen
Raum für Raum
Wohnzimmer. Kabel hochlegen oder in Kabelkanäle packen – angeknabberte Stromkabel sind eine reale Lebensgefahr. Fernbedienungen, Kopfhörer und Ladekabel wegräumen. Stolperfallen wie lose Teppichkanten sichern. Und prüfen, ob der Welpe hinter oder unter Möbel kriechen kann, wo du ihn nicht herausbekommst.
Küche. Der gefährlichste Raum – auch wegen der Lebensmittel, die dort liegen: Giftige Lebensmittel für Welpen. Mülleimer mit sicherem Deckel oder in einen Schrank. Reinigungsmittel und Spülmaschinentabs nach oben. Herd und Backofen sind für neugierige Welpen interessant – ein Gitter oder eine geschlossene Tür ist in der ersten Zeit die einfachste Lösung.
Bad. Toilettendeckel zu, Medikamente und Kosmetik in den Schrank. Wäschekorb geschlossen – Socken sind ein Klassiker unter den verschluckten Gegenständen.
Flur und Treppe. Siehe unten.
Schlafzimmer. Hier steht bei vielen der erste Schlafplatz. Kabel und Nachttischinhalt prüfen.
Balkon und Garten. Siehe unten.


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Giftige Zimmerpflanzen
Das ist der Punkt, der am häufigsten übersehen wird. Viele verbreitete Zimmerpflanzen sind für Hunde giftig – manche stark.
Dazu zählen unter anderem Dieffenbachie, Efeutute, Einblatt, Philodendron, Drachenbaum, Alpenveilchen, Weihnachtsstern, Azalee, Amaryllis und Oleander. Auch Zwiebelpflanzen wie Tulpen und Narzissen gehören in diese Reihe, und die ganze Familie der Lilien.
Was du tust: Stell gefährdete Pflanzen außer Reichweite oder gib sie für die Welpenzeit weg. Auf Knien siehst du, was erreichbar ist – auch ein Blatt, das über die Fensterbank hängt.
Wenn etwas passiert ist: Ruf sofort deinen Tierarzt oder eine Tierklinik an und sag, welche Pflanze und wie viel. Nimm im Zweifel ein Stück der Pflanze mit. Lass deinen Hund nicht auf eigene Faust erbrechen – bei manchen Stoffen richtet das zusätzlichen Schaden an.
Auch im Garten lohnt der Blick: Eibe, Goldregen, Fingerhut, Thuja und Maiglöckchen sind giftig.
Treppen, Balkon und Fenster
Treppen sind die häufigste Unfallquelle in der Welpenzeit – und ein langfristiges Gelenkthema.
- Im ersten Jahr möglichst tragen, besonders abwärts und besonders bei schweren Rassen wie Deutscher Dogge oder Bernhardiner.
- Bei kurzbeinigen Rassen wie Dackel und Welsh Corgi bleibt das ein Thema fürs ganze Leben – Rampen statt Treppen, wo es geht.
- Ein Treppenschutzgitter ist in den ersten Monaten die einfachste Lösung.
Balkon. Welpen passen durch Geländerlücken, die man ihnen nicht zutraut. Ein Katzennetz oder eine Plexiglasverkleidung schließt das. Und: Pflanzen und Dünger vom Balkon räumen.
Fenster. Gekippte Fenster sind für Katzen eine bekannte Gefahr – Hunde können sich ebenfalls darin verfangen. Bei bodentiefen Fenstern lohnt ein Blick auf den Verschluss.
Glastüren markieren, wenn ein rennender Junghund im Haus unterwegs ist.
Lebt eine Katze im Haushalt, kommt ein eigener Punkt dazu: Sie braucht Wege nach oben, einen hundefreien Raum und ein Katzenklo außer Reichweite – und zwar bevor der Welpe einzieht. Wie das Zusammenführen abläuft, steht in Welpe und Katze zusammenführen.
Pool und Gartenteich sichern. Gerade kurzköpfige und kompakte Rassen wie Mops und Bulldoggen schwimmen schlecht bis gar nicht.
Der Garten
Zaun prüfen – auf Höhe, auf Lücken und darauf, ob jemand darunter durchgraben kann. Bei Husky und anderen Ausbruchskünstlern ist das keine Formalie.
Gartenchemie wegschließen. Dünger, Schneckenkorn und Rattengift sind akut lebensgefährlich. Schneckenkorn ist der häufigste Vergiftungsfall in der Gartenzeit.
Ein Buddelbereich lohnt sich. Graben ist bei vielen Rassen kein Fehlverhalten, sondern Zuchtgeschichte – besonders bei Terriern. Ein erlaubter Platz ist einfacher durchzusetzen als ein Verbot.
Schatten und Wasser müssen jederzeit erreichbar sein.

Hausregeln vorher festlegen
Das kostet nichts und erspart viel: Klärt im Haushalt vorher, was gilt.
- Darf der Hund aufs Sofa? Ins Bett?
- Wer füttert, wer geht wann raus?
- Welche Räume sind tabu?
- Wer bringt ihm was bei – und mit welchen Wörtern?
Der Grund ist einfach: Ein Hund lernt aus Konsequenzen. Wenn eine Person das Sofa erlaubt und eine andere schimpft, lernt er nur, dass Regeln von der Person abhängen. Und unregelmäßige Erfolge festigen ein Verhalten stärker als regelmäßige.
Hundegerechtes Zuhause FAQ
Was muss ich vor dem Einzug sichern?
Kabel, Mülleimer, Reinigungsmittel, Medikamente, giftige Pflanzen, Treppe und Balkon. Der Rundgang auf Knien zeigt zuverlässig, was fehlt.
Welche Zimmerpflanzen sind für Hunde giftig?
Unter anderem Dieffenbachie, Efeutute, Einblatt, Philodendron, Drachenbaum, Alpenveilchen, Weihnachtsstern, Azalee, Amaryllis und Oleander – dazu Lilien und Zwiebelpflanzen.
Wo soll der Welpe schlafen?
An zwei Orten: einem im Geschehen und einem ruhigen zum Rückzug. Für die ersten Nächte hilft ein Platz neben deinem Bett.
Darf ein Welpe Treppen steigen?
Im ersten Jahr besser nicht, vor allem nicht abwärts. Bei kurzbeinigen Rassen bleibt das ein Thema fürs ganze Leben.
Brauche ich ein Treppengitter?
In den ersten Monaten ist es die einfachste und sicherste Lösung.
Zusammenfassung
Ein hundegerechtes Zuhause entsteht nicht durch Ausstattung, sondern durch einen Rundgang auf Knien und ein paar Entscheidungen, die vor dem Einzug fallen.
Drei Dinge zählen am meisten: Kabel, Chemie und giftige Pflanzen außer Reichweite, Treppe und Balkon gesichert – und zwei Ruheplätze, von denen einer so ruhig ist, dass dein Welpe dort wirklich schlafen kann.




