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Giftige Lebensmittel für Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Giftige Lebensmittel für Welpen
Was darf ein Welpe fressen und was nicht?

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Darf mein Welpe das?

53 Lebensmittel, nach Gefahr geordnet. Tippe ein, wonach du suchst – oder blättere durch.

  • AlkoholFinger weg

    Hunde bauen Alkohol deutlich schlechter ab als Menschen. Schon kleine Mengen führen zu Erbrechen, Koordinationsstörungen und Atemdepression.

  • AvocadoFinger weg

    Enthält Persin. Hunde reagieren deutlich weniger empfindlich als Vögel oder Nager, eine sichere Menge ist aber nicht bekannt. Der große, glatte Kern ist die häufigere Gefahr – er verstopft den Darm.

  • Gekochte KnochenFinger weg

    Werden beim Garen spröde und splittern scharfkantig. Die Splitter können Speiseröhre, Magen und Darm verletzen.

  • Kaffee, Tee, EnergydrinkFinger weg

    Koffein wirkt wie Theobromin, nur schneller. Gefährlich sind vor allem Kaffeepulver, Kapseln und Reste in der Tasse.

  • KnoblauchFinger weg

    Wie Zwiebel, sogar stärker konzentriert. Auch als Zeckenschutz ungeeignet – die Wirkung ist nicht belegt, die Schädigung der roten Blutkörperchen dagegen schon.

  • Lauch, Schnittlauch, BärlauchFinger weg

    Gehört zu denselben Zwiebelgewächsen und wirkt auf dieselbe Weise – auch gekocht.

  • MacadamianüsseFinger weg

    Schon etwa 60 mg je Kilogramm Körpergewicht können lebensbedrohlich sein. Typisch sind Schwäche und Lähmungserscheinungen der Hinterhand, Zittern und Fieber.

  • MuskatnussFinger weg

    Enthält Myristicin. In größeren Mengen Halluzinationen, Krämpfe und Herzrasen. Steckt oft in Kartoffelbrei und Béchamelsoße.

  • ObstkerneFinger weg

    Kerne von Kirsche, Aprikose, Pfirsich und Pflaume enthalten Amygdalin, aus dem Blausäure entsteht. Gefährlich wird es, wenn sie zerbissen werden. Ganze Kerne können zusätzlich den Darm verstopfen.

  • Rohe HülsenfrüchteFinger weg

    Rohe Bohnen enthalten Phasin, das rote Blutkörperchen verklumpt. Durchgekocht sind Hülsenfrüchte unbedenklich.

  • Rohe Kartoffeln, grüne TomatenFinger weg

    Solanin, enthalten in unreifen und grünen Teilen von Nachtschattengewächsen. Gekocht und reif verschwindet das Problem weitgehend – Kartoffelschalen und grüne Stellen bleiben tabu.

  • Roher HefeteigFinger weg

    Geht im warmen Magen weiter auf und kann ihn überdehnen – bis zur Magendrehung. Zusätzlich entsteht bei der Gärung Alkohol.

  • Rohes SchweinefleischFinger weg

    Kann das Aujeszky-Virus übertragen. Für Hunde verläuft die Infektion immer tödlich, eine Behandlung gibt es nicht. Deutsche Hausschweinbestände gelten als frei, bei Wildschwein und importiertem Fleisch bleibt das Risiko. Durchgegart ist Schweinefleisch unbedenklich.

  • Salz in größeren MengenFinger weg

    Salzstangen, Chips und vor allem Salzteig können zu einer Salzvergiftung führen. Und niemals Salzwasser zum Erbrechen einflößen – das ist ein gefährliches altes Hausmittel.

  • SchokoladeFinger weg

    Theobromin. Je dunkler, desto gefährlicher: Bei Zartbitter reichen kleine Mengen, Kakaopulver und Kuvertüre sind am stärksten belastet. Weiße Schokolade enthält kaum Theobromin, dafür viel Fett und Zucker.

  • Weintrauben und RosinenFinger weg

    Kann akutes Nierenversagen auslösen. Es gibt keine sichere Menge – manche Hunde vertragen viel, andere sterben an wenigen Beeren. Rosinen sind konzentrierter und stecken in Stollen, Müsli und Gebäck.

  • Xylit (Birkenzucker)Finger weg

    Das gefährlichste Lebensmittel überhaupt. Schon 0,1 g je Kilogramm Körpergewicht lässt den Blutzucker binnen 10 bis 30 Minuten abstürzen, ab 3 bis 4 g je Kilogramm droht Leberversagen. Steckt in zuckerfreiem Kaugummi, Bonbons, Backwaren und manchen Erdnussbuttern.

  • ZwiebelFinger weg

    Zerstört rote Blutkörperchen. Wirkt auch gekocht, getrocknet und als Pulver – und auch in kleinen Mengen, wenn sie sich über Wochen summieren. In Soßen und Suppen oft unsichtbar enthalten.

  • BananeKommt darauf an

    Unbedenklich, aber zuckerreich. Ein paar Scheiben als Leckerli sind in Ordnung, größere Mengen können den Kot fest machen.

  • BrotKommt darauf an

    Durchgebackenes Brot in kleinen Mengen schadet nicht, bringt aber auch nichts. Frisches Hefegebäck kann aufquellen und Blähungen machen.

  • ErdnussbutterKommt darauf an

    An sich unbedenklich, wenn ohne Zusätze. ABER: Manche Sorten sind mit Xylit gesüßt, und das ist lebensgefährlich. Vor jeder Gabe die Zutatenliste lesen – jedes Mal, auch bei der gewohnten Marke.

  • Essensreste vom TischKommt darauf an

    Das Problem sind selten die Grundzutaten, sondern Salz, Gewürze, Zwiebeln und Fett. Wer Reste geben will, nimmt sie vor dem Würzen beiseite.

  • Fisch aus der DoseKommt darauf an

    In Öl oder Lake zu fett und zu salzig. In eigenem Saft und abgespült gelegentlich in Ordnung. Nie mit Gräten aus Konserven, die nicht weichgekocht sind.

  • HonigKommt darauf an

    Nicht giftig, aber fast reiner Zucker. Für einen Welpen bringt er keinen Nutzen – und bei sehr jungen Tieren ist wie bei Säuglingen Vorsicht vor Botulismus-Sporen geboten.

  • KäseKommt darauf an

    Kleine Stücke als Leckerli sind in Ordnung und oft hoch motivierend. Gereifter Käse enthält kaum Laktose. Problematisch sind Fett- und Salzgehalt – nicht die Menge im Napf, sondern die nebenher.

  • MilchKommt darauf an

    Kein Gift, aber viele Hunde verlieren nach dem Absetzen die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen. Folge ist Durchfall. Welpenmilch aus dem Fachhandel ist etwas anderes als Kuhmilch.

  • Nüsse allgemeinKommt darauf an

    Sehr fettreich, können Bauchspeicheldrüsenentzündungen auslösen. Walnüsse sind zusätzlich schimmelanfällig, und der Schimmel ist das eigentliche Problem. Macadamia ist gesondert gefährlich.

  • Rohe KnochenKommt darauf an

    Splittern nicht wie gekochte, bleiben aber ein Risiko: Verstopfung, abgebrochene Zähne, bei Welpen im Zahnwechsel besonders. Wenn, dann unter Aufsicht und passend zur Größe.

  • Rohes EiKommt darauf an

    Das Eiklar enthält Avidin, das Biotin bindet. Bei gelegentlicher Gabe unproblematisch, regelmäßig kann es zu Mangel führen. Gekocht ist das Problem weg.

  • Tomate (reif)Kommt darauf an

    Reife, rote Tomaten ohne Grün sind in kleinen Mengen unproblematisch. Grüne Stellen, Blätter und Stiele enthalten Solanin und gehören nicht in den Napf.

  • Wurst, Schinken, SpeckKommt darauf an

    Stark gesalzen, oft gewürzt – und gerade in Salami stecken häufig Zwiebel und Knoblauch. Als seltenes Leckerli vertretbar, als Regel nicht.

  • ApfelDarf er

    Gut geeignet, roh oder gerieben. Das Kerngehäuse entfernen – die Kerne enthalten Amygdalin.

  • BirneDarf er

    Wie Apfel, ohne Kerngehäuse. Reif und in kleinen Stücken.

  • BlaubeerenDarf er

    Kleine Portionen als Leckerli. Nicht zu verwechseln mit Weintrauben – die sind gefährlich.

  • Ei (gekocht)Darf er

    Gut verdauliches Eiweiß. Gekocht oder als Rührei ohne Fett und Gewürze.

  • Erdbeeren, HimbeerenDarf er

    In kleinen Mengen unproblematisch. Wie bei allem Obst gilt: wegen des Zuckers sparsam.

  • Grüne Bohnen (gekocht)Darf er

    Durchgekocht unbedenklich und kalorienarm. Roh dagegen giftig.

  • GurkeDarf er

    Kalorienarm und wasserreich, gut an heißen Tagen. Manche Hunde mögen sie, viele nicht.

  • HaferflockenDarf er

    Eingeweicht oder gekocht gut verträglich und ballaststoffreich. Als Teil einer Mahlzeit, nicht als Mahlzeit.

  • Hühnchen (gekocht)Darf er

    Ohne Knochen, ohne Haut, ohne Gewürze – die Standardzutat für Schonkost.

  • KarotteDarf er

    Roh als Kauspaß, gekocht bei Durchfall (Morosche Karottensuppe). Eine der unproblematischsten Beigaben überhaupt.

  • Kartoffel (gekocht)Darf er

    Gekocht und ohne Schale unproblematisch. Roh und mit grünen Stellen dagegen nicht.

  • KürbisDarf er

    Gekocht und püriert; hilft sowohl bei weichem Kot als auch bei Verstopfung. Zierkürbisse sind tabu.

  • Lachs und SeefischDarf er

    Gegart und entgrätet eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Roher Wildlachs aus dem pazifischen Nordwesten ist eine bekannte Ausnahme (Lachsvergiftung).

  • Magerquark und HüttenkäseDarf er

    Wenig Laktose, viel Eiweiß, wird von den meisten Hunden gut vertragen. Beliebter Bestandteil der Schonkost.

  • PetersilieDarf er

    Glatte Petersilie in kleinen Mengen ist unbedenklich. Nicht bei tragenden Hündinnen und nicht in großen Mengen.

  • ReisDarf er

    Gut gekocht Bestandteil der klassischen Schonkost. Für sich genommen nährstoffarm, also kein Dauerfutter.

  • RindfleischDarf er

    Gekocht immer, roh nur aus einwandfreier Quelle und gekühlter Verarbeitung. Anders als beim Schwein besteht kein Aujeszky-Risiko.

  • Rote Bete (gekocht)Darf er

    Gekocht und klein geschnitten unproblematisch. Färbt Kot und Urin rötlich – das ist kein Blut.

  • Spinat, MangoldDarf er

    Gedünstet und in kleinen Mengen. Wegen der Oxalsäure nicht täglich und nicht bei Nierenproblemen.

  • WasserDarf er

    Immer und frei verfügbar. Kein Mineralwasser mit Kohlensäure – das kann Blähungen machen.

  • WassermeloneDarf er

    Ohne Kerne und ohne Schale. An heißen Tagen eine gute Abwechslung.

  • ZucchiniDarf er

    Gedünstet gut verträglich. Sehr bittere Exemplare aus eigenem Anbau aussortieren – Bitterstoffe (Cucurbitacine) sind giftig.

Diese Liste kann nicht vollständig sein, und bei manchen Stoffen hängt die Wirkung stark vom einzelnen Hund ab – bei Weintrauben etwa gibt es keine Menge, die sicher unbedenklich wäre. Im Zweifel gilt immer: in der Tierarztpraxis anrufen, bevor du etwas gibst oder abwartest.

Warum es bei einem Welpen schneller ernst wird

Das Nachschlagewerk oben beantwortet die schnelle Frage. Der Text darunter erklärt, warum die Antworten so ausfallen – und was zu tun ist, wenn es schon passiert ist.

Fast alle Giftmengen bei Hunden rechnen sich pro Kilogramm Körpergewicht. Das ist der ganze Unterschied: Was ein ausgewachsener Labrador mit 30 Kilo wegsteckt, kann einen Welpen mit vier Kilo in die Klinik bringen.

Dazu kommt, dass ein Welpe alles ins Maul nimmt, was auf dem Boden liegt – und dass niemand im Haushalt damit rechnet, dass der herumliegende Kaugummi ein Notfall sein könnte.

Diese Liste sollte deshalb jeder im Haushalt kennen, Kinder eingeschlossen. Die meisten Vergiftungen passieren nicht, weil jemand den Hund gefüttert hat, sondern weil etwas herumlag oder jemand es gut meinte.

Auf einem Blick

LebensmittelWirkstoffWas passiert
Xylit (Birkenzucker)Xylitol, E 967Unterzuckerung, Leberversagen
Schokolade, KakaoTheobrominHerzrasen, Krämpfe
Weintrauben, RosinenWeinsäure (wahrscheinlich)akutes Nierenversagen
Zwiebel, Knoblauch, LauchSchwefelverbindungenZerstörung roter Blutkörperchen
MacadamianüsseunbekanntSchwäche, Zittern, Erbrechen
Alkohol, roher HefeteigEthanolAtemdepression, Magendrehung
Kaffee, EnergydrinksKoffeinwie Theobromin, nur schneller
Rohe Kartoffeln, grüne TomatenSolaninMagen-Darm, Krämpfe
SteinobstkerneAmygdalinBlausäure, dazu Darmverschluss
Gekochte Knochensplittern, verletzen den Darm

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Xylit – das gefährlichste und das unbekannteste

Wenn du dir aus diesem ganzen Beitrag nur einen Punkt merkst, dann diesen.

Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff, der in zuckerfreien Kaugummis und Bonbons steckt, in manchen Zahnpasten, in Backwaren, Proteinriegeln, Nahrungsergänzungsmitteln – und, besonders heimtückisch, in einzelnen Erdnussbutter-Marken.

Beim Hund löst er innerhalb von 10 bis 30 Minuten eine massive Insulinausschüttung aus. Der Blutzucker stürzt ab.

Zur Einordnung: Ein einziger zuckerfreier Kaugummi kann je nach Marke schon 0,3 bis 1 Gramm Xylit enthalten. Für einen vier Kilo schweren Welpen reicht also ein Kaugummi, um in den kritischen Bereich zu kommen.

Das macht Xylit zum einzigen Fall auf dieser Liste, bei dem du nicht abwarten darfst. Bei Verdacht sofort in die Praxis oder Klinik, auch nachts, auch wenn der Welpe noch munter wirkt.

Schokolade – es kommt auf die Sorte an

Der giftige Stoff ist Theobromin, und Hunde bauen ihn deutlich langsamer ab als Menschen. Entscheidend ist, wie dunkel die Schokolade war:

SorteTheobromin je Gramm
Weiße Schokoladepraktisch nichts
Vollmilchschokolade0,5 – 2,3 mg
Zartbitter5 – 8,5 mg
Edelbitter ab 70 %5,5 – 12,7 mg
Kakaopulver, Kochschokoladebis 20 mg

Erste Vergiftungserscheinungen sind ab etwa 20 mg je Kilogramm Körpergewicht zu erwarten, schwere ab 40 bis 60 mg.

Für einen fünf Kilo schweren Welpen heißt das: Rund 100 Milligramm Theobromin reichen für erste Symptome. Das sind je nach Sorte zwischen 8 und 200 Gramm Schokolade – bei Edelbitter also ein bis zwei Riegel, bei weißer Schokolade praktisch gar nichts.

Typische Anzeichen: Unruhe, Hecheln, starker Durst, Erbrechen, Herzrasen, Muskelzittern. Sie kommen meist nach zwei bis vier Stunden, können sich aber bis zu 24 Stunden hinziehen.

Weintrauben und Rosinen – neue Erkenntnisse seit 2021

Hier gilt eine Besonderheit: Es gibt keine verlässliche Mengenangabe. Manche Hunde vertragen eine größere Menge ohne Folgen, andere entwickeln nach wenigen Beeren ein akutes Nierenversagen. Deshalb behandelt jede Klinik den Verdacht wie einen Notfall, unabhängig von der Menge.

Lange galt der auslösende Stoff als unbekannt. Seit 2021 gibt es dafür eine gut begründete Erklärung: Untersuchungen des amerikanischen Tiergift-Zentrums legen nahe, dass Weinsäure der Auslöser ist – Hunde reagieren auf sie ungewöhnlich empfindlich. Das erklärt auch, warum ausgerechnet Tamarinden ähnliche Vergiftungen auslösen.

Rosinen sind gefährlicher als frische Trauben, weil das Wasser fehlt und der Wirkstoff entsprechend konzentriert vorliegt. Damit sind Rosinenbrötchen, Studentenfutter, Müsli und Weihnachtsgebäck die häufigsten Quellen – und alle liegen in Reichweite eines Welpen.

Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch

Zwiebelgewächse enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen schädigen. Die Folge ist eine Blutarmut, die sich oft erst nach Tagen zeigt: Mattigkeit, blasse Schleimhäute, schneller Puls, dunkler Urin.

Drei Punkte, die regelmäßig übersehen werden:

Kochen hilft nicht. Die Wirkstoffe sind hitzestabil. Zwiebelsuppe, Bratensoße und Gulasch sind genauso ein Problem wie die rohe Zwiebel.

Es summiert sich. Kleine Mengen über Wochen können denselben Schaden anrichten wie eine große auf einmal. Wer regelmäßig Tischreste gibt, merkt nichts, bis der Hund blass wird.

Knoblauch ist keine Ausnahme. Er wird in Hundekreisen gern als Zeckenschutz empfohlen – er wirkt nicht gegen Zecken und gehört zu derselben Pflanzengattung.

Als grobe Schwelle gelten etwa 5 Gramm je Kilogramm Körpergewicht. Bei einem fünf Kilo schweren Welpen ist das eine halbe mittelgroße Zwiebel.

Was auf vielen Listen steht, aber genauer hingehört

Nicht alles, was in Ratgebern als „tödlich” geführt wird, ist gleich gefährlich. Die Unterschiede zu kennen hilft, im Ernstfall die richtige Sorge zu haben.

Avocado. Der oft genannte Stoff Persin ist vor allem für Vögel und Wiederkäuer ein ernstes Problem; Hunde reagieren deutlich weniger empfindlich. Die realen Gefahren beim Hund sind eine andere: der große, glatte Kern, der einen Darmverschluss verursachen kann, und der hohe Fettgehalt, der eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen kann. Füttern solltest du sie trotzdem nicht – aber ein Stück Fruchtfleisch ist kein Grund zur Panik.

Rohes Schweinefleisch. Das Risiko ist nicht das Fleisch, sondern das Aujeszky-Virus, das für Hunde immer tödlich verläuft. Deutsche Hausschweine gelten seit 2003 als frei davon, Wildschweine nicht. Für rohes Fleisch aus dem Handel ist das Risiko also gering, für Fallwild oder Fleisch unbekannter Herkunft nicht.

Nüsse allgemein. Kritisch sind vor allem Macadamianüsse – schon kleine Mengen führen zu Schwäche, Zittern und Erbrechen. Bei den übrigen Nüssen ist das Hauptproblem der Fettgehalt und die Schimmelgefahr, nicht ein spezifisches Gift.

Milchprodukte. Kein Gift, aber die meisten Hunde verdauen Laktose ab dem Absetzen schlecht. Die Folge ist Durchfall, nicht eine Vergiftung.

Wenn es passiert ist: die ersten Minuten

1. Ruhig bleiben und nachsehen, was fehlt. Verpackung, Reste und ungefähre Menge sind für die Behandlung wichtiger als Eile.

2. Sofort anrufen – Tierarztpraxis oder Tierklinik, außerhalb der Sprechzeit der tierärztliche Notdienst. Sag dabei drei Dinge:

3. Niemals selbst Erbrechen auslösen. Schon gar nicht mit Salzwasser – das ist ein eigenständiges Vergiftungsrisiko und hat Hunde getötet. Bei ätzenden Stoffen und bei spitzen Gegenständen richtet Erbrechen zusätzlichen Schaden an. Ob es sinnvoll ist, entscheidet die Praxis.

4. Keine Hausmittel. Milch bindet nichts, Kohletabletten für Menschen sind falsch dosiert. Was tatsächlich in eine Notfallapotheke für Welpen gehört, steht dort.

Zusätzliche Auskunft geben die Giftinformationszentren. Das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen berät rund um die Uhr unter 0551 19240 und nimmt ausdrücklich auch Tiervergiftungen an. Es ersetzt den Tierarzt nicht, kann aber die Frage beantworten, ob die Menge überhaupt kritisch ist.

Vorbeugen ist einfacher als behandeln

Taschen und Rucksäcke hochstellen. Kaugummis, Traubenzucker und Schokoriegel liegen fast immer dort – und Taschen stehen auf dem Boden.

Mülleimer mit Deckel oder im Schrank. Zwiebelschalen, Kaffeesatz, Knochenreste und verschimmeltes Brot auf einmal: Der Mülleimer ist die häufigste Giftquelle im Haushalt.

Besuch vorwarnen. „Er darf nichts vom Tisch” wird viel häufiger beachtet als eine Liste von Stoffnamen.

Keine Tischreste als Gewohnheit. Das ist der Weg, auf dem Zwiebeln und Gewürze regelmäßig im Napf landen. Was stattdessen geht, steht unter Die richtigen Leckerlis für Welpen.

Die Wohnung einmal auf Welpenhöhe durchgehen. Der Rundgang auf Knien steht unter Das neue Zuhause hundegerecht gestalten, die übrigen Gefahren unter Sieben Gefahren für Welpen.

Giftige Lebensmittel für Welpen FAQ

Was ist das gefährlichste Lebensmittel für einen Welpen?

Xylit. Es wirkt schon in sehr kleinen Mengen, steckt in Alltagsprodukten wie zuckerfreiem Kaugummi, und die meisten Halter kennen es nicht.

Wie viel Schokolade ist für einen Welpen gefährlich?

Das hängt an Sorte und Gewicht. Bei einem fünf Kilo schweren Welpen können ein bis zwei Riegel Edelbitterschokolade erste Symptome auslösen, bei Vollmilch braucht es deutlich mehr. Ruf trotzdem an, statt zu rechnen.

Sind ein paar Weintrauben wirklich gefährlich?

Ja, das kann sein. Es gibt keine sichere Menge – manche Hunde reagieren auf wenige Beeren mit Nierenversagen. Jeder Verdacht gehört zum Tierarzt.

Mein Welpe hat etwas gefressen, wirkt aber normal. Muss ich trotzdem zum Tierarzt?

Bei Xylit, Weintrauben, Rosinen und Zwiebelgewächsen: ja, sofort. Viele Vergiftungen zeigen sich erst nach Stunden oder Tagen, und früh behandelt ist der Verlauf deutlich milder.

Soll ich meinen Hund zum Erbrechen bringen?

Nein, nicht auf eigene Faust – und niemals mit Salzwasser. Das kann eine eigene, lebensgefährliche Vergiftung auslösen. Ob Erbrechen sinnvoll ist, entscheidet die Tierarztpraxis.

Ist Knoblauch als Zeckenschutz sinnvoll?

Nein. Knoblauch gehört zu den Zwiebelgewächsen und schädigt die roten Blutkörperchen. Ein Schutz vor Zecken ist nicht belegt.

Dürfen Welpen Milch trinken?

Kuhmilch ist nicht giftig, wird aber von den meisten Hunden nach dem Absetzen schlecht vertragen. Die Folge ist Durchfall. Details unter Welpenmilch.

Zusammenfassung

Die Liste ist überschaubar, und vier Punkte tragen fast alles: Xylit, Schokolade, Weintrauben und Zwiebelgewächse. Wer die kennt und dafür sorgt, dass sie nicht in Reichweite liegen, hat das Wesentliche getan.

Zwei Dinge unterscheiden den Welpen vom erwachsenen Hund. Das eine ist das Gewicht – dieselbe Menge ist bei vier Kilo ein Vielfaches der Dosis. Das andere ist, dass er alles ins Maul nimmt, was auf dem Boden liegt.

Und wenn doch etwas passiert: anrufen, nicht abwarten, und auf keinen Fall selbst Erbrechen auslösen. Die Verpackung in die Hand nehmen, das Gewicht parat haben, losfahren.