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Welpen Nassfutter

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Welpen Nassfutter
Nassfutter oder Trockenfutter für den Welpen

Nassfutter für Welpen – was dafür spricht

Nassfutter besteht zu etwa 75 bis 80 Prozent aus Wasser. Diese eine Zahl erklärt fast alle seine Vor- und Nachteile.

Sie erklärt, warum es schmackhafter ist und besser akzeptiert wird, warum es Hunden hilft, die zu wenig trinken – und warum es sich mit Trockenfutter nicht direkt vergleichen lässt.

Auf einem Blick

Die Vorteile im Einzelnen

Der Wasserhaushalt. Viele Hunde trinken von sich aus wenig. Über Nassfutter nehmen sie einen erheblichen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs mit der Nahrung auf. Das ist besonders relevant bei Rassen mit Neigung zu Harnsteinen – etwa beim Dalmatiner mit seinem besonderen Harnsäurestoffwechsel, beim Zwergschnauzer und beim Neufundländer.

Die Akzeptanz. Nassfutter riecht intensiver und wird von zögerlichen Fressern deutlich besser angenommen. Im Zahnwechsel zwischen dem dritten und siebten Monat ist es angenehmer zu fressen als harte Brocken.

Der Fleischanteil. Ein hoher Anteil klar benannter tierischer Zutaten lässt sich bei Nassfutter am leichtesten erreichen. Es gibt Sorten, die im Wesentlichen aus Fleisch und Innereien bestehen.

Die Sättigung. Durch das Volumen wirkt eine Portion größer – was bei Hunden hilft, die ständig hungrig wirken. Beim Labrador und beim Beagle ist das ein Argument.

Die Nachteile

Der Preis pro Mahlzeit liegt höher als bei Trockenfutter – bei großen Hunden deutlich.

Die Lagerung braucht Platz. Angebrochene Dosen gehören in den Kühlschrank und sind dort nur ein bis zwei Tage haltbar.

Die Temperatur. Futter direkt aus dem Kühlschrank ist zu kalt und kann den Magen reizen. Nimm es rechtzeitig heraus oder erwärme es leicht – nicht heiß.

Unterwegs ist es unpraktisch, ebenso als Trainingsbelohnung. Für Letzteres hilft eine Futtertube.

Die Zähne. Der oft gehörte Satz, Trockenfutter reinige die Zähne, stimmt nur sehr eingeschränkt – die Brocken zerfallen meist, bevor sie reiben. Zahnpflege ersetzt keine der beiden Fütterungsarten. Gewöhne deinen Welpen früh an Zahnbürste oder geeignete Kauartikel, siehe Kauknochen für Welpen.

Havaneser Welpe mit leerem Futternapf
Im Zahnwechsel ist Nassfutter angenehmer zu fressen als harte Brocken.

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Worauf du in der Deklaration achtest

Dieselben Regeln wie bei jedem Futter – ausführlich unter Welpenfutter. Die Kurzfassung für Nassfutter:

„Alleinfuttermittel” muss draufstehen, wenn es die Hauptmahlzeit sein soll. Viele reine Fleischdosen sind Ergänzungsfuttermittel – hochwertig, aber nicht allein verfütterbar.

Prozentangaben in der Zusammensetzung. „Rind 70 %, Rinderherz 15 %” sagt dir etwas. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” sagt dir nichts.

Keine Zuckerzusätze. Karamell und Zucker dienen der Optik, nicht dem Hund.

Keine Farbstoffe. Hunde sehen die Farbe ihres Futters ohnehin anders als du.

Und der Punkt, der das Vergleichen erschwert: Die Analysewerte beziehen sich auf das Futter mit dem Wasser. Ein Nassfutter mit 10 Prozent Rohprotein entspricht rechnerisch etwa 40 Prozent in der Trockensubstanz. Vergleiche deshalb Nassfutter mit Nassfutter – nicht mit Trockenfutter.

Die Menge

Weil Nassfutter überwiegend aus Wasser besteht, braucht dein Hund davon deutlich mehr Gramm als von Trockenfutter. Eine Faustregel gibt es nicht; die Packungsangabe ist der Startwert.

Entscheidend bleibt der wöchentliche Rippentest – ausführlich unter Futtermenge Welpen.

Beim Mischen mit Trockenfutter gilt: anteilig rechnen, nicht von beidem die volle Menge geben. Das ist der häufigste Grund für Übergewicht bei gemischter Fütterung. Wie du zwischen beiden umrechnest, steht unter Futterumstellung beim Welpen.

Welpen Nassfutter FAQ

Ist Nassfutter besser als Trockenfutter?

Nicht pauschal. Die Qualitätsunterschiede innerhalb einer Fütterungsart sind größer als die zwischen den Arten – siehe Nass, trocken oder BARF.

Warum trinkt mein Hund bei Nassfutter weniger?

Weil er 75 bis 80 Prozent seines Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung aufnimmt. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Wie lange ist eine offene Dose haltbar?

Abgedeckt im Kühlschrank ein bis zwei Tage.

Darf ich Nassfutter erwärmen?

Leicht ja, am besten im warmen Wasserbad. Nicht in der Mikrowelle und nie heiß füttern.

Reinigt Trockenfutter die Zähne besser?

Nur sehr eingeschränkt – die Brocken zerfallen meist, bevor sie reiben. Zahnpflege ersetzt keine Fütterungsart.

Zusammenfassung

Nassfutter ist für Welpen eine gute Wahl: Es liefert Flüssigkeit, wird gut akzeptiert und erlaubt einen hohen Fleischanteil. Dafür kostet es mehr, braucht Kühlung und ist unterwegs unpraktisch.

Worauf es ankommt, ist auch hier die Rückseite: Alleinfuttermittel, Prozentangaben in der Zusammensetzung und keine Zucker- oder Farbzusätze. Und beim Vergleich mit Trockenfutter daran denken, dass die Analysewerte auf unterschiedlichen Grundlagen beruhen.