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Labrador Retriever Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Labrador Retriever Welpen
Braune Labrador Retriever Welpen auf dem Sofa

Labrador Retriever Welpen – der beliebteste Hund des Landes

Der Labrador steht seit Jahren an der Spitze der deutschen Welpenstatistik, und die Gründe liegen auf der Hand: Er ist freundlich, gutmütig, lernwillig, verträglich mit Kindern und anderen Hunden, und er will nichts lieber, als mitzumachen.

Es gibt trotzdem zwei Dinge, die vor dem Kauf geklärt gehören. Das eine ist die Frage, aus welcher Linie dein Welpe stammt – das macht einen größeren Unterschied als die Farbe. Das andere ist sein Appetit, und der ist bei dieser Rasse tatsächlich ein genetisches Thema.

UrsprungslandKanada, weiterentwickelt in Großbritannien
Größebis 57 cm (Rüden), bis 56 cm (Hündinnen)
Gewichtetwa 35 kg, je nach Arbeits- oder Showlinie deutlich abweichend
Alter12 bis 14 Jahre
Fellkurz, dicht, hart – mit wasserabweisender Unterwolle
Farbeschwarz, gelb (beige bis fuchsrot), schokoladenbraun
VerwendungApportierhund, Jagd, Rettungs-, Assistenz- und Therapiehund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 8, Sektion 1 Apportierhunde. Mit Arbeitsprüfung.

Der Appetit ist bei ihm kein Charakterfehler

Jeder Labradorhalter kennt den Blick, mit dem dieser Hund eine Küche betritt. Was lange als Rassescherz galt, ist seit 2016 wissenschaftlich beschrieben.

Forscher der Universität Cambridge fanden im POMC-Gen eine kleine Deletion, also ein fehlendes Stück Erbinformation. Sie stört die Bildung zweier Botenstoffe, die dem Gehirn Sättigung melden. Hunde mit dieser Veränderung werden zwischen den Mahlzeiten schneller wieder hungrig und sind stärker auf Futter motiviert – sie wiegen im Schnitt mehr.

Zwei Zahlen dazu: Die Veränderung findet sich bei etwa einem Viertel aller Labradore. Und sie tritt bei Labradoren, die als Assistenzhunde ausgewählt wurden, deutlich häufiger auf als bei reinen Familienhunden – wer über Futter gut lenkbar ist, eignet sich eben besonders gut für die Ausbildung.

Außerhalb der Rasse wurde sie nur beim nahe verwandten Flat Coated Retriever gefunden. Der Golden Retriever ist nicht betroffen.

Was du daraus machst:

Übergewicht ist beim Labrador die häufigste vermeidbare Ursache für Gelenkprobleme und ein kürzeres Leben. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Futtermenge für Welpen.

Auf einem Blick

Brauner Labrador Retriever und schwarzer Labrador Retriever
Schwarz, gelb, schokoladenbraun: Die Farbe sagt nichts über Wesen oder Gesundheit – die Zuchtlinie schon.

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Arbeitslinie oder Showlinie – der Unterschied, der zählt

Innerhalb der Rasse haben sich zwei deutlich verschiedene Typen entwickelt. Wer das nicht weiß, wählt seinen Hund nach Fellfarbe und bekommt ein Temperament, mit dem er nicht gerechnet hat.

Die Arbeitslinie (auch Feld- oder Field-Trial-Linie) ist leichter, hochbeiniger und schmaler im Kopf. Diese Hunde sind schnell, ausdauernd und haben einen hohen Arbeitsantrieb. Sie brauchen echte Aufgaben – Dummytraining, Jagdarbeit, Rettungshundearbeit. In einem ruhigen Haushalt ohne Beschäftigung werden sie unruhig und finden eigene Ideen.

Die Showlinie ist schwerer, kompakter, breiter im Kopf und deutlich ruhiger. Sie ist der klassische, gemütliche Familienlabrador – auch sie braucht Bewegung, aber weniger Drang zur Aufgabe.

Frag den Züchter direkt danach. Ein guter Züchter ordnet seine Hunde selbst ein und fragt umgekehrt, was du vorhast. Die Farbe – schwarz, gelb oder braun – sagt dagegen nichts über Wesen oder Gesundheit aus.

Der Charakter & das Wesen von Labrador Retriever Welpen

Der Labrador ist freundlich bis zur Naivität. Er begrüßt Fremde wie alte Freunde, verträgt sich in der Regel gut mit anderen Hunden und ist mit Kindern ausgesprochen geduldig. Als Wachhund taugt er praktisch nicht.

Er ist will-to-please im besten Sinn: Er arbeitet gern mit, lernt schnell und lässt sich über Futter und Lob hervorragend motivieren. Das macht ihn zu einem der besten Anfängerhunde überhaupt.

Drei Punkte für die Welpenzeit:

Die Pubertät ist körperlich. Ein Labrador-Junghund wiegt mit einem Jahr schon über 30 Kilo und hat den Kopf eines Halbwüchsigen. Leinenführigkeit und Impulskontrolle gehören geübt, solange er noch 10 Kilo wiegt.

Er nimmt alles ins Maul. Das ist Zuchtgeschichte – er sollte apportieren. Für den Alltag heißt das: aufräumen, Tauschspiele üben und das Kommando „Aus” früh und freundlich aufbauen. Verschluckte Gegenstände sind bei dieser Rasse ein häufiger Notfallgrund.

Er liebt Wasser. Ohne Ausnahme und ohne Rücksicht auf Temperatur. Wasserdichte Unterwolle und Schwimmhäute zwischen den Zehen stammen aus seiner Zeit als Fischerhund auf Neufundland, wo er Netze und Leinen aus dem kalten Atlantik holte.

Sein Bewegungsbedarf liegt bei zwei Stunden täglich, bei Arbeitslinien deutlich mehr – und Kopfarbeit zählt doppelt. Apportierspiele, Nasenarbeit und Dummytraining lasten ihn besser aus als reines Laufen.

Heller Labrador Retriever Welpe
Apportieren steckt ihm im Blut – Nasen- und Dummyarbeit lastet ihn besser aus als bloßes Laufen.

Gesundheit und Pflege

Neben Gelenken, Augen und EIC ist die centronukleäre Myopathie (CNM) eine weitere erbliche Muskelerkrankung mit verfügbarem Gentest. Dazu kommen Ohrentzündungen: Hängeohren plus regelmäßiges Schwimmen ist eine Kombination, die kontrolliert werden will. Nach jedem Badegang die Ohren trocken tupfen.

Die Fellpflege ist einfach: einmal wöchentlich bürsten, im Fellwechsel täglich. Der Labrador haart ganzjährig und zweimal im Jahr kräftig – das kurze Haar findet man zuverlässig in jeder Textilie der Wohnung.

Dazu kommen die Routinen jedes ersten Jahres – Welpen impfen und Welpen entwurmen – und bei dieser Größe der Blick auf die Gewichtskurve.

Labrador Retriever FAQ

Ist der Labrador ein guter Anfängerhund?

Ja, einer der besten – vorausgesetzt, du wählst die passende Linie und bist beim Futter konsequent.

Wie viel Bewegung braucht ein Labrador?

Etwa zwei Stunden täglich, bei Arbeitslinien mehr. Kopfarbeit ersetzt dabei einen Teil der Strecke.

Welche Farbe ist die beste?

Keine. Schwarz, gelb und braun unterscheiden sich weder im Wesen noch in der Gesundheit. Die Zuchtlinie ist die Frage, die zählt.

Warum hat mein Labrador immer Hunger?

Möglicherweise wegen der POMC-Genvariante, die etwa ein Viertel der Rasse trägt. Sie erschwert das Sättigungsgefühl. Abwiegen und Leckerli abziehen sind die Antwort, nicht mehr Strenge.

Was ist der Unterschied zum Golden Retriever?

Fell und Temperament. Der Golden Retriever hat langes, gewelltes Haar mit Befederung und braucht deutlich mehr Pflege. Er ist etwas sensibler und reift langsamer, der Labrador ist robuster und direkter.

Zusammenfassung

Der Labrador Retriever ist zu Recht der beliebteste Hund des Landes: freundlich, lernwillig, verträglich und vielseitig einsetzbar. Er verzeiht Anfängerfehler und arbeitet gern mit.

Zwei Entscheidungen machen den Unterschied. Die erste triffst du beim Züchter – Arbeits- oder Showlinie, mit HD-, Augen- und EIC-Befunden. Die zweite triffst du jeden Tag am Napf. Ein schlanker Labrador lebt spürbar länger und besser als ein runder.