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Chow Chow Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Chow Chow Welpen
Zwei Chow Chow Welpen im Haus

Chow Chow Welpen – der Löwenhund mit der blauen Zunge

Der Chow Chow gehört zu den ältesten Hunderassen der Welt. In China ist er seit über zwei Jahrtausenden belegt – als Wach-, Jagd- und Zughund, teils auch als Tempelhund.

Zwei Dinge machen ihn unverwechselbar: die blauschwarze Zunge, die er mit kaum einer anderen Rasse teilt, und seine gerade gestellte Hinterhand, die ihm den charakteristischen, etwas stelzenden Gang gibt.

Und dann ist da sein Wesen, das in keine der üblichen Schubladen passt. Der Chow Chow ist kein Hund, der gefallen will. Wer eine Rasse sucht, die begeistert mitarbeitet, sucht am falschen Ort – wer einen würdevollen, unabhängigen Begleiter schätzt, findet hier etwas Besonderes.

UrsprungslandChina
Größe48 bis 56 cm (Rüden), 46 bis 51 cm (Hündinnen)
Gewicht25 bis 30 kg
Alter9 bis 12 Jahre
FellLanghaar oder Kurzhaar – beides mit sehr dichter Unterwolle
Farbeeinfarbig schwarz, rot, blau, rehfarben, creme oder weiß
VerwendungWach- und Begleithund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 5, Sektion 5 Asiatische Spitze. Ohne Arbeitsprüfung.

Die Augen – das wichtigste Gesundheitsthema

Der Chow Chow hat kleine, tief liegende Augen in einem schweren Kopf mit ausgeprägten Hautfalten. Daraus ergeben sich zwei Probleme, die du kennen musst.

Entropium. Das Augenlid rollt sich nach innen, sodass Wimpern und Fell direkt auf der Hornhaut reiben. Das ist dauerhaft schmerzhaft und führt unbehandelt zu Hornhautschäden bis zur Erblindung. Der Chow Chow ist eine der am stärksten betroffenen Rassen überhaupt – der schwere Kopf und die Falten begünstigen es.

Anzeichen sind Blinzeln, Tränenfluss, Zukneifen eines Auges und Reiben mit der Pfote. Die Behandlung ist operativ und dauerhaft wirksam. Bei einem Welpen, der auffällig viel blinzelt, gehört das vor dem Kauf abgeklärt.

Das Sichtfeld. Die tief liegenden Augen und die schwere Kopfform schränken sein seitliches Sehfeld ein. Ein Chow Chow sieht, was vor ihm ist, nimmt aber Bewegung von der Seite oder von hinten schlechter wahr.

Praktisch heißt das: Er erschrickt leichter. Wer sich ihm von hinten nähert oder sich unvermittelt über ihn beugt, überrascht ihn wirklich – und ein erschrockener Hund reagiert anders als ein gewarnter. Kinder und Besucher sollten wissen, dass man diesen Hund von vorn anspricht.

Bei den großen Rassen ist die Fütterung im Wachstum selbst ein Gesundheitsthema – siehe Gewichtskurve.

Auf einem Blick

Chow Chow Welpe an der Leine auf dem Rasen
Kleine, tief liegende Augen in einem schweren Kopf – daher das erhöhte Entropium-Risiko.

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Der Charakter & das Wesen von Chow Chow Welpen

Der Chow Chow wird oft mit einer Katze verglichen, und der Vergleich trifft erstaunlich gut. Er ist reinlich, unabhängig, zurückhaltend in seiner Zuneigung und entscheidet selbst, wann er Nähe möchte.

Vier Punkte prägen das Zusammenleben:

Er ist eigenständig, nicht unterordnungsbereit. Ein Chow Chow versteht Kommandos sofort und wägt dann ab, ob er ihnen folgt. Wiederholtes Üben langweilt ihn. Klassisches Unterordnungstraining funktioniert bei ihm nicht – Kooperation, Geduld und Belohnung schon.

Er ist territorial und misstrauisch gegenüber Fremden. Das ist Zuchtziel: Er war Wachhund. Frühe, breite und ruhige Sozialisierung ist bei dieser Rasse keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Was er im ersten Jahr nicht kennengelernt hat, bleibt für ihn verdächtig.

Er verträgt keine Härte. Druck erzeugt bei ihm Widerstand, nicht Nachgeben. Mit Lautstärke erreicht man bei einem Chow Chow das Gegenteil.

Er ist selten verspielt. Erwachsene Chow Chows apportieren nicht, toben selten und sind an Hundespielzeug wenig interessiert. Seine Auslastung sind ruhige Spaziergänge und Nasenarbeit – etwa eine Stunde täglich genügt ihm.

Mit anderen Hunden, besonders gleichgeschlechtlichen, kommt er häufig schlecht zurecht. Das gehört zur Rasse und lässt sich managen, aber nicht wegtrainieren.

Für Ersthundehalter ist er nicht geeignet. Such dir eine Hundeschule mit Erfahrung in Urtyp-Rassen – wer nur klassische Unterordnung unterrichtet, kommt bei ihm nicht weiter.

Chow Chow Welpe an der Leine beim Spaziergang
Reinlich, unabhängig und zurückhaltend – der Katzenvergleich trifft erstaunlich gut.

Fell und Hitze

Der Chow Chow gibt es in zwei Varianten: Langhaar mit der bekannten löwenartigen Mähne und Kurzhaar mit dichtem, plüschigem Stockhaar. Beide haben eine sehr dichte Unterwolle.

Langhaar braucht zwei- bis dreimal wöchentlich die Bürste, bis zur Haut – nur über die Oberfläche zu fahren, bringt nichts, Filz entsteht darunter. Kritisch sind Mähne, Hinterläufe und die Bereiche hinter den Ohren.

Kurzhaar braucht einmal wöchentlich die Bürste.

Zweimal im Jahr fällt bei beiden die komplette Unterwolle – in dieser Zeit täglich. Geschoren wird nicht: Das Fell isoliert in beide Richtungen.

Und der Punkt, der im Sommer zählt: Der Chow Chow ist ausgeprägt hitzeempfindlich. Die dichte Unterwolle staut Wärme, und sein etwas gedrungener Fang hilft beim Hecheln nicht. Bei Sommerhitze gehören die Spaziergänge in die frühen Morgen- und späten Abendstunden, dazu Schatten und jederzeit Wasser.

Chow Chow FAQ

Warum ist die Zunge blau?

Die blauschwarze Pigmentierung von Zunge, Gaumen und Lefzen ist ein Rassemerkmal und im Standard vorgeschrieben. Sie ist vollkommen unbedenklich. Welpen kommen mit rosa Zunge zur Welt; die Färbung entwickelt sich in den ersten Wochen.

Ist der Chow Chow ein Familienhund?

Innerhalb der eigenen Familie ja – ruhig, loyal und unaufdringlich. Er ist aber kein verspielter Kinderhund, und Kinder müssen lernen, ihn nicht zu bedrängen.

Ist er ein Anfängerhund?

Nein. Eigenständigkeit, Territorialität und fehlende Unterordnungsbereitschaft sind eine Kombination, die Erfahrung und Geduld verlangt.

Wie viel Bewegung braucht er?

Etwa eine Stunde täglich in ruhigem Tempo. Er ist kein Sporthund und bei Hitze deutlich zurückzunehmen.

Verträgt er andere Hunde?

Häufig schlecht, besonders gleichgeschlechtliche. Frühe Sozialisierung hilft, hebt die Veranlagung aber nicht auf.

Zusammenfassung

Der Chow Chow ist ein würdevoller, eigenständiger und ausgesprochen ruhiger Begleiter mit einem Wesen, das eher an eine Katze erinnert als an einen klassischen Familienhund.

Wer ihn nehmen möchte, braucht Geduld statt Kommandos, frühe und breite Sozialisierung – und beim Züchter den Blick auf die Augen. Entropium ist bei dieser Rasse das häufigste und schmerzhafteste Problem, und es ist gut behandelbar, wenn man es erkennt.