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Großer Schweizer Sennenhund Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Großer Schweizer Sennenhund Welpe mit Halsband liegt auf dem Rasen
Großer Schweizer Sennenhund Welpe mit Halsband liegt auf dem Rasen

Großer Schweizer Sennenhund Welpen – der Arbeiter unter den Sennenhunden

Der Große Schweizer ist der größte und kräftigste der vier Schweizer Sennenhunderassen – und der mit dem meisten Arbeitswillen. Er trägt dieselbe dreifarbige Zeichnung wie sein bekannterer Verwandter, der Berner Sennenhund, ist aber ein anderer Hund.

Kurzes Stockhaar statt langem Fell. Selbstbewusst statt sanft. Und vor allem: ein Hund, der eine Aufgabe braucht, um ausgeglichen zu sein. Wer den Berner im Kurzhaarkleid erwartet, wird überrascht.

UrsprungslandSchweiz
Größe65 bis 72 cm (Rüden), 60 bis 68 cm (Hündinnen)
Gewichtbis 50 kg (Rüden), bis 45 kg (Hündinnen)
Alter8 bis 12 Jahre
Fellkurzes, dichtes Stockhaar mit Unterwolle
Farbeschwarz mit braunrotem Brand und weißen Abzeichen
VerwendungZug-, Treib- und Hofhund
Klassifikation F.C.I.Gruppe 2, Sektion 3 Schweizer Sennenhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Der Metzgerhund

Der Große Schweizer wurde nicht als Begleithund gezüchtet, sondern als Arbeitstier. Er zog Karren mit Milch, Käse und Fleisch zu den Märkten, trieb Vieh und bewachte den Hof – daher der alte Name Metzgerhund.

Ende des 19. Jahrhunderts war die Rasse fast verschwunden: Karren wurden von Fuhrwerken und später von Motoren ersetzt. Erst 1908 wurde sie als eigenständige Rasse wiederentdeckt und gezielt erhalten.

Diese Geschichte steckt ihm noch in den Knochen. Ein Großer Schweizer, der nur spazieren geht, ist unterfordert – und ein unterforderter 50-Kilo-Hund sucht sich selbst Beschäftigung. Zugarbeit, Fährtenarbeit, Tragen von Gepäck beim Wandern oder Obedience lasten ihn aus, ohne seine Gelenke zu überfordern.

Auf einem Blick

Großer Schweizer Sennenhund Welpe mit rotem Halsband
Kurzes Stockhaar statt langem Fell – der deutlichste äußere Unterschied zum Berner.

Der Charakter & das Wesen

Der Große Schweizer ist selbstsicher, aufmerksam und nervenstark. Er ist seiner Familie gegenüber anhänglich und mit Kindern geduldig, gegenüber Fremden aber deutlich zurückhaltender als der Berner. Sein Wachtrieb ist ausgeprägt: Er meldet zuverlässig und mit tiefer, weit tragender Stimme.

Zwei Punkte sind für die Erziehung wichtig:

Er braucht klare Führung. Der Große Schweizer prüft, wie ernst eine Ansage gemeint ist. Er ist nicht dominant im alten Sinn, aber er richtet sich nach Menschen, die berechenbar und konsequent sind. Halbe Regeln werden bei ihm halb befolgt.

Er ist spät reif. Körperlich wie im Kopf braucht er länger als die meisten Rassen – zwei bis drei Jahre, bis er der ruhige, gesetzte Hund ist, als der er beschrieben wird. Die Pubertät eines 45-Kilo-Junghundes ist eine Phase, die man eingeplant haben sollte.

Dafür ist er im Gegensatz zum Berner nicht sensibel im weichen Sinn. Eine deutliche, ruhige Ansage bringt ihn nicht aus dem Konzept. Laut werden muss man trotzdem nie.

Großer Schweizer Sennenhund Welpe sitzt auf dem Rasen
Er ist spät reif – bis zum gesetzten Hund vergehen zwei bis drei Jahre.

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Magendrehung – das Thema, das du kennen musst

Der Große Schweizer hat einen tiefen, breiten Brustkorb und gehört damit zu den Rassen mit erhöhtem Risiko für eine Magendrehung. Das ist ein akuter Notfall, bei dem jede Stunde zählt.

Was du vorbeugend tust:

Woran du sie erkennst: Der Bauch ist aufgebläht und hart, der Hund würgt ohne Erfolg, speichelt stark, ist unruhig und will sich nicht hinlegen. Das ist ein Fall für die sofortige Fahrt in die Klinik – nicht für einen Anruf am nächsten Morgen.

Verfolge das Wachstum mit einer wöchentlichen Gewichtskurve; daneben laufen Welpen impfen und Welpen entwurmen.

Das erste Lebensjahr

Wie bei allen schweren Rassen gilt: Das Skelett wächst schneller, als die Gelenke tragen können.

Gerade beim Großen Schweizer ist die letzte Regel wichtig. Der Arbeitswille ist früh da, die Belastbarkeit kommt später. Bis dahin lastet man ihn über Nase und Kopf aus, nicht über Zug und Last.

Mehr dazu in unserem Beitrag zur Futtermenge für Welpen.

Fellpflege

Das kurze Stockhaar ist unkompliziert: einmal die Woche bürsten genügt. Im Fellwechsel – zweimal im Jahr, dafür kräftig – sollte täglich Unterwolle herausgebürstet werden.

Der Große Schweizer ist damit deutlich pflegeleichter als der Berner. Geschoren wird auch er nicht: Die Unterwolle isoliert gegen Kälte und Hitze gleichermaßen.

Großer Schweizer Sennenhund Junghund in der Abendsonne
Einmal wöchentlich bürsten genügt – deutlich weniger Aufwand als beim Berner.

Großer Schweizer Sennenhund FAQ

Wie alt wird ein Großer Schweizer Sennenhund?

8 bis 12 Jahre. Für einen Hund von 50 Kilogramm ist das ordentlich – und deutlich mehr als beim Berner Sennenhund.

Ist er ein Anfängerhund?

Eher nicht. Er ist gutmütig, aber groß, kräftig, spät reif und braucht konsequente Führung. Wer schon Erfahrung mit großen Hunden hat oder bereit ist, von Anfang an mit einer guten Hundeschule zu arbeiten, kommt gut zurecht.

Wie viel Beschäftigung braucht er?

Zwei bis drei Stunden täglich, davon ein Teil als Kopf- oder Arbeitsaufgabe. Reines Spazierengehen reicht ihm nicht.

Passt er in eine Wohnung?

Mit genug Beschäftigung ja – er ist im Haus ruhig. Wichtig sind ebenerdiger Zugang ohne viele Treppen und genug Platz, dass ein Hund dieser Größe niemandem im Weg liegt.

Was unterscheidet ihn vom Berner Sennenhund?

Kurzes Stockhaar statt langem Fell, deutlich weniger Pflegeaufwand, ein selbstbewussteres und wachsameres Wesen, mehr Arbeitswille – und im Schnitt mehrere Lebensjahre mehr.

Zusammenfassung

Der Große Schweizer Sennenhund ist ein kräftiger, nervenstarker Arbeitshund im Familienformat: wachsam, gutmütig, spät reif und pflegeleicht. Er lebt länger als sein berühmterer Verwandter und braucht dafür mehr von dir.

Wer ihm eine Aufgabe gibt, klare Regeln setzt und die ersten anderthalb Jahre gelenkschonend gestaltet, bekommt einen Hund, der über ein Jahrzehnt zuverlässig dabei ist. Wer nur die Optik des Berners im Kurzhaarkleid sucht, wird ihm nicht gerecht.